Das Klima spielt hier wohl keine Rolle

Merkel und AKK fliegen in zwei Maschinen in die USA

22. September 2019 - 19:46 Uhr

Fliegen ist besonders klimaschädlich

Kanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer fliegen zwei Tage nach der Verabschiedung des Klimapakets der großen Koalition an diesem Sonntag in zwei Maschinen der Luftwaffe an die US-Ostküste. Das berichtete die "Bild am Sonntag". Merkel fliegt zum UN-Klimagipfel am Montag und nimmt anschließend an der UN-Generaldebatte am Dienstag in New York teil, Kramp-Karrenbauer fliegt zu einem Treffen mit ihrem amerikanischen Kollegen Mark Esper. Ein Abflugsort, dasselbe Ziel - doch mit zwei Fliegern. Dabei ist das Fliegen besonders klimaschädlich.

Mitnahme von AKK sei nicht erwünscht

20.09.2019, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, l), und Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesministerin der Verteidigung und CDU-Vorsitzende, nehmen an einer Pressekonferenz zu den Ergebnissen der Sitzung des Klimakabinetts der Bundesregierung t
Bei der Pressekonferenz zum Klimapaket saßen Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer noch an einem Tisch.
© dpa, Christoph Soeder, christoph soeder wst

Ursprünglich war geplant, dass Kramp-Karrenbauer mit ihrer Delegation in der Kanzler-Maschine mitfliegt, in der auch Entwicklungsminister Gerd Müller und Umweltministerin Svenja Schulze reisen. Der Airbus A340 sollte erst in New York zwischenlanden und dann weiter nach Washington fliegen. Weil Kramp-Karrenbauer bereits am Montagabend nach Deutschland zurückfliegt, wollte sie eine normale Linienmaschine nehmen. Die Flugtickets waren bereits gebucht. 

Doch dann soll nach Informationen der "Bild am Sonntag" aus dem Regierungskreis des Kanzleramtes dem Verteidigungsministerium signalisiert worden sein, dass eine Mitnahme von Annegret Kramp-Karrenbauer nicht gewünscht sei und die Anreise eigenständig erfolgen soll.

Kein Platz in Merkels Flieger

Nach "Spiegel"-Informationen hatten die Behörden versucht, die Reisen zusammenzulegen. Doch dafür müsse die Gruppe von Annegret Kramp-Karrenbauer kleiner als zehn Personen sein. Das Protokoll der Verteidigungsministerin hatte mehr Personen eingeplant, deshalb muss AKK mit den Beamten, Militärs und Personenschützer in einem A310 der Luftwaffe fliegen.

335 Tonnen CO2 für Hin- und Rückflug

21.08.2019: Bundesaußenminister Maas wird in Moskau nach seiner Ankunft mit einem Truppentransporter A310 begrüßt.
21.08.2019: Bundesaußenminister Maas wird in Moskau nach seiner Ankunft mit einem Truppentransporter A310 begrüßt.
© dpa, Michael Fischer

In der aktuellen Debatte um Klimaschutz ist diese Meldung für die Bundesregierung wieder mal ziemlich ungelegen. Der Truppentransporter von AKK mit mehr als 200 Sitzplätzen stößt laut einer Regierungsantwort aus 2007 25,9 kg CO2 pro Flugkilometer aus, schreibt die "Bild am Sonntag". Das macht für den Hin- und Rückflug rund 335 Tonnen CO2. 

Dabei heißt es auf der Website des Umweltbundesamtes: "Fliegen ist die klimaschädlichste Art sich fortzubewegen." Die Bundesregierung stößt über ihre Flugbereitschaft in einem Jahr offenbar fast so viel Kohlendioxid aus wie eine deutsche Kleinstadt mit mehreren Tausend Einwohnern. Das geht aus einer Aufstellung des für die Flugbereitschaft zuständigen Verteidigungsministeriums über die Flüge der Ministerien sowie des Bundeskanzleramts hervor, über die der "Tagesspiegel" berichtete. Demnach stieß die Bundesregierung in der Zeit von Mai 2018 bis April 2019 mit knapp 3.000 Flügen insgesamt mehr als 40.000 Tonnen CO2 aus.