RTL News>

Merkel über Corona-Maßnahmen: "Ich verstehe die Ungeduld"

Bundeskanzlerin verteidigt die harten Corona-Maßnahmen

Angela Merkel: "Die Mühen des Lockdowns beginnen sich auszuzahlen"

Aber: Am 15. Februar könne nicht alles wieder geöffnet werden

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in einer Pressekonferenz die Fortsetzung des Lockdowns in Deutschland verteidigt. Zudem hat sie einen sehr persönlichen Einblick in ihre Amtszeit gegeben. Die Worte der Kanzlerin sehen Sie oben im Video.

Merkel hält es für richtig, eine Strategie für die Zeit nach dem Lockdown parat zu haben. Es sei aber jetzt schon klar, dass am 15. Februar nicht alles wieder geöffnet werden könne. Man könne bei Erreichen der 50er-Inzidenz nicht wieder alles aufmachen, sondern müsse Prioritäten setzen, sagte sie.

Bei der Öffnung stünden Schulen und Kitas auf Rang eins, das sei politisch völlig unstrittig. „Aber danach wird es natürlich nicht ganz einfach. Ich würd mal sagen aus praktischen Gründen müsste man dann bald die Friseure rannehmen, aber das ist jetzt mehr anekdotisch.“ Weiter erwähnte sie den Einzelhandel. Man müsse immer über die Auswirkungen diskutieren, sagte Merkel mit Blick auf Öffnungsschritte, „sonst würden wir uns, glaub ich, gleich wieder zurückwerfen“

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Man könne es schaffen, "bis Ende des Sommer jedem Bürger ein Angebot zu machen"

Es ergebe sich derzeit ein sehr gespaltenes Bild, sagte Merkel. Zum einen gingen die Neuinfektionen endlich zurück . „Das zeigt, dass die harten Einschnitte, die die Menschen in Deutschland seit Wochen auf sich nehmen müssen, sich auszuzahlen beginnen. Und es zeigt im Grunde, dass die Mühe sich lohnt“. Zugleich aber seien die täglichen Todeszahlen erschreckend hoch. „Das sind nicht einfach Zahlen, das sind Menschen, die in Einsamkeit gestorben sind, das sind Schicksale, das sind Familien, die um sie trauern“, betonte die Kanzlerin.

Zum Thema Impfen sagte sie: Wenn alles wie zugesagt erfolge, könne man es schaffen, „bis Ende des Sommers jedem Bürger ein Impfangebot zu machen“, bekräftigte sie mit Blick auf geplante Lieferungen und Zulassungen weiterer Impfstoffe. Merkel verwies darauf, dass der Sommer kalendarisch bis 21. September geht.

„Ich verstehe die Ungeduld“. Merkel nahm aber zugleich den Mainzer Impfstoff-Entwickler Biontech in Schutz und verteidigte erneut die gemeinsame europäische Impfstoff-Beschaffung. Es wäre „furchtbar“, wenn es sonst in Deutschland schon Impfungen gegeben hätte, in kleineren Ländern aber nicht. „Bei der Impfstoffbestellung finde ich, dass wir das Menschenmögliche getan haben.“

Lesetipp: Warum läuft es beim Impfen noch holprig – die wichtigsten Antworten.

Ausbreitung der Virus-Mutation muss verlangsamt werden

Die Mutation des Virus berge eine große Gefahr. Alles deute darauf hin, dass das mutierte Virus um ein Vielfaches ansteckender sei als das bekannte. Die Ausbreitung dieser Mutation müsse so weit wie möglich verlangsamt werden. Wenn man jetzt warte, könne eine dritte, möglicherweise noch heftigere Welle der Pandemie vielleicht nicht verhindert werden, warnte Merkel. „Wir können das noch verhindern“, betonte sie. „Es ist noch etwas Zeit, um der Gefahr, die in diesem mutierten Virus steckt, vorzubeugen.“

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Maßnahmen, um Pandemie dieses Jahr in den Griff zu bekommen

Alle zusätzlichen Einschränkungen dienten der Vorsorge für das Land, für die Gesundheit der Bürger und auch Wirtschaft, Arbeitswelt und Kultur. „Alles dient dem Ziel, in diesem Jahr die Pandemie in den Griff zu bekommen und schließlich auch zu überwinden“, betonte Merkel.

TVNOW-Dokus: Corona und die Folgen