Neue Virusmutation bereitet Sorgen

Merkel und Scholz stellen Bevölkerung auf verlängerte Maßnahmen ein

14. Januar 2021 - 9:20 Uhr

Ende des Lockdowns noch nicht in Sicht

Der aktuelle Lockdown zeigt bisher nur wenig Wirkung auf die Zahl der Neuinfektionen, den Inzidenzwert oder eine Verringerung der Todeszahlen. Daher mahnen immer mehr Politiker vor einem verfrühten Ende des Lockdowns. Woran eine mögliche Verlängerung der Maßnahmen aktuell hängt und ab wann wir mit Lockerungen rechnen können, zeigen wir im Video.

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Sorge vor "aggressiven Mutationen"

Neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt auch Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) die Bevölkerung auf eine mögliche Verlängerung des Corona-Shutdowns über Januar hinaus ein: "Es ist nicht gesagt, dass der verschärfte Lockdown bis Ende Januar Covid-19 so weit zurückgedrängt hat, dass wir wieder lockern können", sagte Scholz im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Wer das jetzt verspricht, handelt leichtfertig und zerstört Vertrauen."

Der Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat verwies auf "aggressive Mutationen" des Erregers. "Fast überall in Europa steigen die Infektionsraten trotz Lockdown. Wir müssen die Lage weiter aufmerksam beobachten und, wenn nötig, reagieren, um das Virus in Schach zu halten", schloss er auch eine weitere Verschärfung der Maßnahmen nicht aus.

Lockdown bis Ostern?

Die Entwicklung in Irland habe gezeigt, wie schnell sich das Virus ausbreiten könne. Dort habe es innerhalb kurzer Zeit eine Verzehnfachung der Infektionszahlen gegeben. Mehrere Quellen widersprachen einem "Bild"-Bericht, dass Merkel in der Sitzung weitere acht bis zehn Wochen harte Corona-Maßnahmen angekündigt habe. Man sei sich in der Sitzung einig gewesen, dass dies sehr stark davon abhänge, wie schnell sich die neue Virus-Variante in Deutschland ausbreite.

Isolation von "vulnerablen" Gruppen sei nicht die Lösung

Scholz sagte der NOZ: "Die Inzidenzwerte müssen runter, und zwar drastisch." Zwar sei der Lockdown für viele Menschen sehr belastend. Aber auch die Impfung aller Hochbetagten und Heimbewohner werde es nicht erlauben, die Eindämmungsmaßnahmen aufzuheben. "Ich warne vor der irrigen Annahme, das Virus sei nur für Hochbetagte und Vorerkrankte gefährlich. Auch unter Jungen und Gesunden kommt es mitunter zu sehr schweren Verläufen und auch Todesfällen. Niemand ist vor der Corona-Gefahr gefeit", so Scholz. "Erst wenn große Teile der Bevölkerung geimpft sind, haben wir es überstanden."

Auch die Idee, über eine Isolation bestimmter "vulnerabler" Gruppen allen anderen ein möglichst normales Leben zu ermöglichen, "führt in die Irre", betonte der Vizekanzler. Die wenigen Länder, die diesen Weg gegangen seien, hätten "bitter dafür bezahlt und sind inzwischen umgeschwenkt".

Quelle: DPA/RTL.de

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