Beschluss in Merkels Telefonkonferenz mit Ministerpräsidenten

Obergrenze für Corona-Lockerungen: Strenge Regeln kommen ab dieser Zahl an Neuinfektionen zurück

DEU, Deutschland, Baden-Württemberg, Stuttgart, 24.04.2020: Auswirkungen der Corona-Krise: Restaurants und Gaststätten
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07. Mai 2020 - 8:52 Uhr

Wieder Verschärfungen bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern

Die Bundesländer übernehmen Verantwortung für weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen, müssen aber auch auf mögliche negative Folgen sofort reagieren. Bund und Länder verständigten sich am Mittwoch darauf, dass die Länder sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt werden muss.

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Obergrenze für Neuinfektionen und weitere Parameter

​"Ab einer gewissen Relevanz muss auf eine regionale Dynamik mit hohen
Neuinfektionszahlen und schnellem Anstieg der Infektionsrate sofort vor Ort mit
Beschränkungen reagiert werden", heißt es in der Beschlussvorlage, die RTL vorliegt. Demnach muss in Landkreisen und kreisfreien Städten bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner mit strikten Einschränkungen reagiert werden.

"Bei einem verteilten regionalen Ausbruchsgeschehen und unklaren
Infektionsketten müssen allgemeine Beschränkungen, wie sie vor dem 20. April in
Deutschland gegolten haben, regional wieder konsequent eingeführt werden", heißt es in der Beschlussvorlage weiter. Für eine erneute Lockerung der Maßnahmen dürfe der Schwellenwert für sieben Tage nicht überschritten werden.

Interaktive Karte zeigt Neuinfektionszahlen pro 100.000 Einwohner in Landkreisen

Mehr Informationen zur interaktiven Karte, der Datengrundlage und dem "Notbremsen"-Mechanismus lesen Sie hier.

So beurteilt das Gesundheitsministerium das Infektionsgeschehen

Das Bundesgesundheitsministerium will nach RTL-Informationen sicherstellen, dass in besonders vom Coronavirus betroffenen Gebieten breitangelegte Testungen möglich sind. Neben der Inzidenz (Anzahl Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner) soll die Übertragungsdynamik mit weiteren Parametern überwacht werden.

Die Reproduktionszahl R, also wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt, und die Zahl der diagnostischen Covid-19-Tests pro Woche sollen mit der Zahl der Neuinfektionen in Verbindung gesetzt werden, so die Vorlage des Bundesgesundheitsministeriums zu den Plänen. Die Belastung des Gesundheitsystems soll anhand des voraussichtlichen Bedarfs an Intensivbetten, der absoluten Zahl der aktiven Infektionen, der Schwere der Krankheitsverläufe und der Fähigkeit zur Kontaktnachverfolgung bei Neuinfizierten bewertet werden.

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