Merkel empfängt Putin: Krisenlösung und deutsch-russische Zusammenarbeit im Fokus

18. August 2018 - 21:02 Uhr

Zweites Treffen innerhalb von gut drei Monaten

Es ist ein Treffen, welches als leichtes Zeichen der Entspannung in den deutsch-russischen Beziehungen gewertet werden kann. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Russlands Präsident Wladimir Putin am Samstagabend im brandenburgischen Meseberg empfangen. Mitte Mai hatten sich die beiden bereits im russischen Sotschi getroffen. Worum es bei dem jetzigen Gespräch ging, erfahren Sie im Video.

Syrien, Ukraine und Nord Stream 2 auf der Tagesordnung

GRANSEE, GERMANY - AUGUST 18, 2018: Russia s President Vladimir Putin (L) and German Chancellor Angela Merkel meet at a reception house at Schloss Meseberg. Alexei Druzhinin/Russian Presidential Press and Information Office/TASS PUBLICATIONxINxGERxAU
Im Mittelpunkt der Gespräche: Syrien, die Ukraine und Nord Stream 2.
© imago/ITAR-TASS, Alexei Druzhinin, imago stock&people

Inhaltlich ähnelte die Agenda dem Termin aus Sotschi. Merkel und Putin legten den Fokus auf internationale Krisen wie in Syrien und der Ukraine oder die Gas-Pipeline Nord Stream 2. Beide betonten in Bezug auf diese Themen die Bedeutung der deutsch-russischen Beziehungen. Putin bezeichnete Deutschland als "führenden Partner". Der bilaterale Handel sei vergangenes Jahr um 22 Prozent auf 50 Milliarden US-Dollar (43 Milliarden Euro) gewachsen.

Mit Blick auf die Ukraine bemängelte Putin vor dem Gespräch, dass eine Lösung leider "überhaupt nicht vorankomme". Die Kanzlerin betonte, mit dem russischen Präsidenten über die mögliche Stationierung einer UN-Blauhelmtruppe in der Ukraine beraten zu wollen. Putin rief Europa außerdem zur Hilfe beim Wiederaufbau in Syrien auf. Man müsse den syrischen Regionen helfen, damit Flüchtlinge aus dem Ausland heimkehren könnten.

Putins Reise mit Misstönen

18.08.2018, Österreich, Gamlitz: Karin Kneissl (FPÖ), Außenministerin von Österreich, tanzt mit Wladimir Putin, Präsident von Russland im Gasthaus Tscheppe. Unter starken Sicherheitsvorkehrungen ist der russische Präsident zur Hochzeit der österreich
Wladimir Putin bei der Hochzeit von Österreichs Außenministerin Karin Kneissl.
© dpa, Roland Schlager, hef mlh fgj

Wladmir Putins Besuch in Deutschland wurde von Misstönen begleitet - die jedoch gar nichts mit dem Treffen in Meseberg zu tun hatten. Denn nur Stunden vorher war der russische Präsident zu Gast in Österreich. Dort war er zur Hochzeit von Außenministerin Karin Kneissl eingeladen worden. Putin kam in Begleitung eines Männerchors und ließ es sich auch nicht nehmen mit der Gastgeberin zu tanzen.

Im Vorfeld hatte die Teilnahme Putins an der Hochzeit für Wirbel gesorgt. Die Nähe und Vertrautheit signalisierende Geste könne die Vermittlerrolle Österreichs, das aktuell den EU-Ratsvorsitz innehat, zum Beispiel im Ukrainekonflikt beschädigen, hieß es. Der Europasprecher der österreichischen Sozialdemokraten, Jörg Leichtfried, bezeichnete Putins Auftritt als "befremdlich, naiv und geeignet, nachhaltigen Schaden an Österreichs außenpolitischer Position anzurichten".