8. März 2019 - 12:20 Uhr

Wegwerfprodukte immer noch Standard

Nachhaltig und bewusst leben, dieses Motto wird für viele junge Frauen immer wichtiger. Doch welche Möglichkeiten hat frau bei der Periode, um Müll zu vermeiden? Schließlich werden bisher hauptsächlich Wegwerfprodukte wie Tampons oder Binden genutzt, die nicht recycelt werden können und bei der Herstellung viele Ressourcen verbrauchen. Doch mittlerweile gibt es einige umweltschonende und kostengünstige Alternativen.

Monatlich bluten geht ins Geld

Die monatliche Blutung hat nicht nur einen Effekt auf die Umwelt, sondern auch auf den Geldbeutel: 16.000 Euro gibt eine Frau im Laufe ihres Lebens für Hygieneartikel aus. Auch auf diese Kosten haben nachhaltige Produkte oft einen positiven Effekt. Zum Beispiel diese:

Menstruationstassen

Menstruationstasse
Menstruationstassen gibt es in verschiedenen Formen und Farben
© iStockphoto

Diese bunten Cups gibt es mittlerweile in jedem gut sortierten Drogeriemarkt zu kaufen: Menstruationstassen sind die wohl bekannteste Möglichkeit, die Monatsblutung nachhaltig und umweltschonend aufzufangen - im wahrsten Sinne des Wortes.

Die meisten Produkte sind aus medizinischem Silikon, es gibt sie von verschiedensten Herstellern und in den unterschiedlichsten Größen und Farben. Die Cups von Marken wie Fun Factory werden beispielsweise komplett in Deutschland produziert und sind vegan.

Zwar muss frau sich etwas durchprobieren, bis sie die perfekte Variante für sich gefunden hat, doch dann überwiegen die Vorteile: Eine Menstruationstasse ist zwischen fünf bis zehn Jahre haltbar, kann bis zu zwölf Stunden lang getragen und während der Regel ganz einfach mit Wasser gesäubert werden. Ist die Monatsblutung vorbei, wird sie in einem heißen Wasserbad ausgekocht und kann dann beim nächsten Zyklus wiederverwendet werden.

Bio-Tampons

Bio-Tampon in der Natur
Bio-Tampons bestehen aus pestizidfreier Baumwolle
© instagram.com/tamponsinbeautifulplaces

Wer beim System "Tampon" bleiben möchte, kann dabei auf die biologische Variante umsatteln: Das Start-up "The Female Company" aus Stuttgart etwa bietet Abos für Tampons aus Bio-Baumwolle, die ohne Chemikalien und Pestizide angebaut und verarbeitet wird, an. Pro abgeschlossenem Abo werden außerdem Hygieneartikel an Frauen in deutschen Flüchtlingsheimen gespendet.

Wie der Vorreiter dieses Konzepts, die US-Firma "Lola", entstand das Unternehmen aus der Frage heraus: Warum müssen Hersteller von Tampons die Inhaltsstoffe eigentlich nicht auf den Verpackungen ausweisen? Denn herkömmliche Tampons bestehen meist aus Viskose und sind wenig umweltfreundlich.

Menstruationsschwämmchen

Naturschwamm
Menstruations-Schwämmchen sind ein echtes Naturprodukt
© iStockphoto

Menstruationsschwämmchen bestehen aus echten Naturschwämmen. Klingt ungewöhnlich, ist aber genauso effektiv wie ein Tampon und produziert weniger Müll und kann auch beim Sex während der Periode getragen werden. 

Der sogenannte Levantiner Schwamm wird nass gemacht, ausgewrungen und in die Vagina eingeführt. Durch die feinen Poren kann das Schwämmchen große Mengen Flüssigkeit aufnehmen, die erst wieder freigegeben wird, wenn es ausgedrückt wird. Gereinigt wird das Schwämmchen mit fließendem, kaltem Wasser.

Waschbare oder biologisch abbaubare Binden

Wiederverwertbare Binden
Wiederverwertbare Binden kommen einfach in die Kochwäsche
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Wiederverwendbare Binden sind biologisch abbaubar. Wer Zeit und Muße hat und nähbegeistert ist, kann die Pads aus Stoff sogar selbst herstellen. Natürlich kann man die waschbaren Binden aber auch kaufen: Der Hersteller "Kulmine" bieten Modelle aus Bio-Baumwolle an.

Die Stoffbinden, die meist mit einem Druckknopf zu verschließen sind, werden nach Gebrauch am besten mit kaltem Wasser ausgespült und dann bei 60 Grad in der Waschmaschine gereinigt.

Perioden-Pants

Schwarzer Damenslip
Spezielle Perioden-Slips haben einen eingebauten Schutz
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Eine Unterhose mit integrierter Binde: Perioden-Pants eroberten in den letzten Jahren den Markt der Hygieneartikel. Vorreiter auf dem Gebiet ist das US-Unternehmen "Thinx". Die Designerinnen haben es sich zum Vorsatz gemacht, hübsche Höschen zu entwerfen, die durch eine spezielle Technologie Feuchtigkeit ausgleichen, Bakterien bekämpfen, wasserdicht sind und in etwa so viel Blut aufsaugen können wie ein bis zwei Tampons.

Auch hier machen sich die beiden Gründerinnen für benachteiligte Länder stark: Pro verkaufter Panty werden sieben waschbare Slipeinlagen an eine Non-Profit-Organisation gespendet. Seit 2018 gibt es auch eine deutsche Marke namens "ooshi", die Perioden-Pants herstellt.

„Free Bleeding“: Kompletter Verzicht auf Hilfsmittel

"Free Bleeding" - also freies Menstruieren - ist ein Trend, der für unterschiedliche Reaktionen sorgt. Gefeiert wird die Bewegung vor allem in feministischen Kreisen, die einen offenen Umgang mit dem weiblichen Zyklus und eine Enttabuisierung der Periode fordern.

Die Methode ist wohl mit Abstand die umweltfreundlichste - schließlich wird dabei auf jegliche Hygieneprodukte verzichtet. Die Frauen machen sich zunutze, dass die Periodenblutung in Intervallen erfolgt. Sie hören auf ihren Körper, finden heraus, wie er getaktet ist und gehen dann rechtzeitig auf die Toilette. Hier ist aber natürlich absolutes Feingefühl gefragt.

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