Meisterpflicht: Auswirkungen in Thüringen noch unklar

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21. September 2019 - 13:40 Uhr

Thüringens Handwerkspräsident Stefan Lobenstein hat die von der großen Koalition in Berlin geplante Rückkehr zur Meisterpflicht in 12 Handwerksberufen begrüßt. Er gehe allerdings nicht davon aus, dass sich dies in Thüringen gravierend auswirken werde, sagte Lobenstein am Samstag beim Tag des Handwerks in Weimar der Deutschen Presse-Agentur. So seien etwa zahlreiche Fliesenleger-Betriebe in Thüringen bereits jetzt Meister-Betriebe. Zudem betreffe die Wiedereinführung auch einige sehr selten gewordene Gewerke, die es in Thüringen kaum mehr gebe.

Unter den Berufen, für die die Meisterpflicht wieder gelten soll, sind Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Parkettleger, Rollladen- und Sonnenschutztechniker, Schilder- und Lichtreklamehersteller, Raumausstatter sowie Orgel- und Harmoniumbauer. Bestehende Betriebe, die derzeit nicht der Meisterpflicht unterliegen, sollen einen Bestandsschutz erhalten. Mit der Reform der Handwerksordnung war die Meisterpflicht im Jahr 2004 in mehr als 50 Berufen weggefallen. In Thüringen erwerben Lobenstein zufolge jährlich rund 400 Handwerker den Meisterbrief.

Noch nie sei die Auftragslage der Thüringer Handwerksbetriebe so gut wie jetzt gewesen, sagte Lobenstein. Im Schnitt seien die Auftragsbücher für die nächsten drei Monate gefüllt. Gleichzeitig kämpften viele Betriebe mit Nachwuchsproblemen. Ende 2018 erlernten in Thüringen insgesamt 6874 Lehrlinge einen Handwerksberuf. Das Handwerk beschäftigt in Thüringen 150.000 Menschen in rund 30.000 Betrieben. Beim deutschlandweiten Tag des Handwerks präsentierten sich in Weimar Innungen und Betriebe an rund 50 Ständen. Verbunden war der Aktionstag mit dem Weimarer Töpfermarkt.

Quelle: DPA