Meine Weihnachtsgeschichte: Der Taxifahrer von Köln-Porz

© dpa, Ina Fassbender, ina gfh

7. Dezember 2016 - 13:36 Uhr

Von Daniel Speth

2016 war kein gutes Jahr, da sind wir uns, glaube ich, alle einig. Liebgewonnene Künstler starben, die internationale Politik geriet aus den Fugen und im Sommer hat es schon wieder viel zu viel geregnet. Und trotzdem passieren dann doch immer wieder Dinge, die fast zu schön sind, um wahr zu sein. Aber eben nur fast. Wie die Geschichte von einem Kölner Taxifahrer, dem Geld zum richtigen Zeitpunkt nicht so wichtig war. Meine Weihnachtsgeschichte des Jahres.

Meine Weihnachtsgeschichte: Der Taxifahrer von Köln-Porz
Einfach mal wieder über Kleinigkeiten freuen.
© dpa, Ina Fassbender, ina gfh

An der Bahnhaltestelle in Köln-Wahn steht selten ein Taxi und zu später Stunde fährt auch kein Bus mehr. Was bleibt mir also? Zu Fuß durch die Dezemberkälte zwanzig Minuten nach Hause laufen. Auf halber Strecke hält ein Taxi neben mir. Auf der Rückbank sitzen zwei Kinder und ihre Mutter. Die beiden Kleinen sind vielleicht drei und vier Jahre alt. Beim Aussteigen bedankt sich die Mutter so oft bei dem Taxifahrer, dass es ihm fast peinlich ist. Die kleine Familie verschwindet schnell im Haus, ich steige in das freigewordene Taxi.

Meine Weihnachtsgeschichte: Der Taxifahrer von Köln-Porz
Die Weihnachtsgeschichte 2016.
© dpa, Ina Fassbender, ina gfh

"Was war denn los?", will ich von dem älteren Herrn auf dem Fahrersitz wissen. Und der erzählt: Die Frau habe sich mit ihrem Mann gestritten, direkt am Taxistand einen Stadtteil weiter Richtung Kölner Innenstadt. Der Mann ließ seine Frau stehen – mitsamt den Kindern. Die junge Mutter habe den Taxifahrer gefragt, wie weit sie denn für fünf Euro noch käme. Nicht besonders weit, habe er geantwortet. Und die Familie dann vollkommen umsonst nach Hause gebracht. Wenn es jemandem nicht gut geht, dann muss man doch helfen, meint der Taxifahrer.

Schicken Sie uns IHRE Geschichte!

Es gibt sie also noch, die ganz kleinen Geschichten, die manchmal viel länger im Gedächtnis haften bleiben, als sexistische US-Präsidenten oder zu früh gestorbene und bewunderter Künstler.

Und Sie? Haben Sie in diesem Jahr eine Geschichte erlebt, die durch und durch gut war? Von jemandem, von dem Sie es nicht erwartet haben. Eine selbstlose Tat, die so weihnachtlich ist, dass man sie an die Spitze eines Tannenbaums heften möchte. Dann schreiben Sie uns, erzählen ihre Geschichte und wir veröffentlichen einige davon hier. Wir würden uns freuen.

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