"Meine Tochter braucht Vorbilder": Mutter bedankt sich bei neuer Freundin des Ex

Brittney Johnson mit Tochter Payton
© Facebook

15. März 2018 - 16:20 Uhr

Dankeschön an die neue Freundin des Ex

Partnerschaft endet, Elternschaft nie: Wenn sich Paare trennen, die ein gemeinsames Kind haben, ist das nie einfach. Aber es gibt auch Beispiele, dass es gut funktionieren kann. Eine Amerikanerin hat sich nun sogar bei der Neuen ihres Ex bedankt: "An alle Mütter, die es nicht mögen, wenn eine andere Frau ihr Kind behandelt, als sei es ihr eigenes: Warum ist das nicht genau das, was ihr wollt?"

Die neue Freundin ist die „Bonus-Mama“

Heute wird bereits jede dritte Ehe geschieden, Tendenz steigend. Aber auch nach einer Trennung geht das Leben für beide Ex-Partner weiter. Und früher oder später wird ein neuer Partner auftauchen. Wie man mit der neuen Patchwork-Familie umgeht, spielt gerade für die Kinder eine entscheidende Rolle. Für die neue Frau an der Seite eines Vaters ist es schwer, die richtige Position zu finden. Im besten Fall ist die neue Partnerin aber keine Konkurrenz, sondern eine Bereicherung. 

Die Amerikanerin Brittney Johnson hat das genau erkannt: Sie postete ein Dankeschön an neue Freundin ihres Ex. Kayla, die neue Freundin, sei eine so viel größere Bereicherung im Leben ihrer Tochter Payton, als sie es sich je haben träumen lassen. Kayla, die gerade eine Ausbildung zur Krankenschwester macht, sei ein wahres Vorbild für ihre Tochter. Die schwärme jetzt auch für diesen Beruf, und deshalb hat Kayla ihr einen Schwestern-Kittel gekauft, der genauso aussieht wie ihr eigener: "Danke, dass du Payton zeigst, wie sie ihre Träume verfolgen kann (…) Du bist ein wahres Vorbild und eine tolle "Bonus Mama", und wir sind stolz auf dich!"

“Auf diese Weise hat Payton mehr Menschen, die sie lieben"

Andere Mütter und Väter, die in einer ähnlichen Situation seien und damit Probleme hätten, sollten sich überlegen, was das Beste für ihr Kind ist: "Auf diese Weise hat Payton mehr Menschen, die sie lieben - und was könnte sich eine Mutter mehr wünschen", schreibt Brittney Johnson. Offensichtlich spricht sie damit auch vielen Menschen aus der Seele: Ihr Facebook-Post wurde mittlerweile über 40.000 Mal geteilt und mehr als 90.000 Mal geliked.

"Ich erziehe meine Tochter dazu, stark, intelligent und liebenswert zu sein", so Johnson. "Und ich wünsche mir nichts mehr für sie, als von Vorbildern umgeben zu sein, die genau das sind. Danke, Kayla, dass du Payton zeigst, wie man hart arbeitet und manchmal lange aufbleiben muss, um für einen Test zu lernen. Danke, dass du dir Zeit nimmst, mit ihr Fahrrad zu fahren und ihr Makkaroni mit Käse zu machen."

Lieben statt hassen: So kann die Patchwork-Familie funktionieren

Dieses tolle Beispiel zeigt, wie Co-Parenting funktionieren kann. Respekt und Achtung vor der neuen Partnerin machen es auch den Kindern leichter, mit der ungewohnten Situation zurecht zu kommen. Gerade wenn die neuen Partner der Eltern keine Gefahr darstellen, können Kinder sich besser damit arrangieren. Kleine Kinder schaffen es meist schnell, sich an eine neue Bezugsperson zu gewöhnen. Aber je älter die Kinder sind, umso schwieriger wird es. Die Gefühle des Kindes richten sich dabei aber meistens nur gegen die Rolle des neuen Partners, nicht gegen ihn als Person.

Kinder brauchen viel Zeit, um über die Trennung der Eltern hinwegzukommen. Viele Patchwork-Familien machen anfangs den Fehler, dass sie zu schnell zu viel erwarten. In dieser Situation ist viel Geduld gefragt, immerhin haben sich die Eltern meist gegen den Willen der Kinder getrennt. Und nun müssen sie einen Elternteil mit einem neuen Partner teilen. Das ist für Kinder schwer zu verstehen.

Untersuchungen zeigten, dass es vier bis fünf Jahre dauert, bis eine Patchwork-Familie ohne Probleme richtig zusammengewachsen ist. Veränderung bedeutet für Kinder zunächst Verunsicherung. Hat das Kind jedoch zu beiden Eltern ein gutes Verhältnis und ist die Beziehung zwischen den beiden Elternteilen geklärt, kann sich das Kind besser auf eine dritte Person einlassen. Mit der Zeit kann dann Vertrauen entstehen, und dann im besten Fall ein glückliches Zusammenleben.

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