Frau bittet RTL-Reporter um Hilfe

„Mein Nachbar will den Hund totschlagen!"

Susannes Nachbar soll sie und Hündin Nala massiv bedrohen
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12. November 2020 - 16:58 Uhr

Patronenhülsen auf der Terrasse: eine Drohung?

"Mein Nachbar will den Hund totschlagen! Ich fühle mich bedroht!" So bittet Susanne Neu in einer Mail RTL um Hilfe. Seit mehr als fünf Jahren soll ihr das Leben in einem Mehrfamilienhaus angeblich zur Hölle gemacht werden: Zerstochene Autoreifen, permanente Beschimpfungen, sogar leere Patronenhülsen auf dem Gartentisch –  deshalb habe sie RTL-Reporter Thorsten Sleegers gerufen. Und die Hausverwaltung soll bei dem Mobbing sogar mitmachen, klagt sie an. Kann unser Reporter helfen?

„Dieser Scheißköter, ich schlag ihn noch kaputt!“

Susanne ist nicht Nalas Frauchen, trotzdem sind sie ein Herz und eine Seele. Die 57-Jährige passt jeden Mittag auf die Hündin auf, denn die Besitzer von nebenan arbeiten in der Pflege, müssen wegen Corona viele Schichten übernehmen. Doch deshalb soll sie von einem anderen Nachbarn regelrecht tyrannisiert werden – weil Nala öfter bellt: "Er kam schreiend auf den Balkon und schrie wortwörtlich: 'Dieser Scheißköter, ich schlag ihn noch kaputt!' Und 'du blöde Kuh' – lauter solche Dinge", berichtet Susanne Neu.

Zerstörter Gartenzaun, zerstochene Autoreifen

Patronenhülsen auf Terrassentisch
Diese leeren Patronenhülsen fand Susanne angeblich auf ihrer Terrasse
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Und bei Worten scheint es nicht geblieben zu sein: Eines Morgens will die Sporttherapeutin sogar mehrere leere Patronenhülsen auf ihrem Terrassentisch gefunden haben. Auch ein Gartenzaun, den Susanne aufstellte, damit die Hündin nicht vom Grundstück laufen kann, soll nachts einfach wieder abgerissen worden sein. Susanne erzählt außerdem von zerstochenen Reifen an ihrem Auto.

Hausverwaltung hält Mieterin für „jemanden, der provoziert“

RTL-Reporter Thorsten Sleegers und Susanne Neu
RTL-Reporter Thorsten Sleegers versucht zu vermitteln
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Laut Susannes Mietvertrag ist die Haltung von Hunden in ihrer Wohnung erlaubt. RTL-Reporter Thorsten Sleegers kontaktiert zunächst die Hausverwaltung. Dass ihre Mieterin derart schikaniert würde, sei dort nicht bekannt, erklärt die Mitarbeiterin am Telefon. Weiter heißt es: "Und wenn… sie ist, glaube ich, jemand, der vielleicht sogar durch seine Art provoziert".

Unser Reporter konfrontiert auch den fraglichen Nachbarn mit den Vorwürfen. Seine Reaktion: "Der Hund ist für mich gestört. Wenn der nachts um halb 11, um halb eins und um halb zwei bellt, was würden Sie dann machen?" Dass die Patronenhülsen auf der Terrasse von ihm stammten, sei eine Unterstellung. "Ich bin Jäger – ich gebe sämtliche Hülsen, die ich auf der Jagd verschieße, wieder zurück."

Umzug als letzter Ausweg

Susanne und Pflegehündin Nala
Susannes Angst um ihre Pflegehündin lässt sie einen drastischen Entschluss fassen
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Die Fronten scheinen völlig verhärtet, eine Vermittlung ausgeschlossen. Schon vorher sollen hier mehrere Mieter wegen angeblichen Mobbings durch Nachbarn ausgezogen sein. Auch die Besitzer von Nala wollen das nach eigenen Worten bald tun: "Wir wollen das so nicht noch ein paar Jahre mitmachen", erzählt Herrchen Tim Meyer unserem Reporter.

Nach einem von RTL vermittelten Gespräch mit einer Psychologin entschließt sich Susanne schließlich zu einem drastischen Schritt: Sie entscheidet sich, nicht länger zu kämpfen und für ihren Seelenfrieden ebenfalls auszuziehen – in eine Wohnung, in der auch Nala herzlich willkommen ist.