Von Mehrwertsteuersenkung bei Strom und Gas profitieren

Darum sollten Sie heute unbedingt Ihren Stromzähler fotografieren

ARCHIV- ILLUSTRATION - Auf einem Stromzähler in einem Privathaus in Schwerin werden am 19.12.2005 die bisher verbrauchten Kilowattstunden angezeigt. Die Neuregelung der Strom- und Gasversorgung hat nicht den erhofften Preisvorteil für die Verbraucher
Stromzähler
dpa, Jens Büttner

Mehrwertsteuersenkung ab dem 1. Juli 2020 auch für Strom und Gas

Nicht nur Discounter, Supermärkte und Elektroläden haben ihre Mehrwertsteuer gesenkt. Auch die Energieversorger müssen für die Zeit von Juli bis Dezember 2020 die Mehrwertsteuersenkung an ihre Kunden weitergeben. Die Umsatzsteuer fällt dann von 19 auf 16 Prozent. Wer jetzt schnell handelt, kann auch bei Strom und Gas sofort von der Mehrwertsteuersenkung profitieren.

Sonderkündigungsrecht nach Mehrwertsteueränderung möglich

Ausschlaggebend ist, was die Unternehmen im Kleingedruckten ihrer Strom- oder Gaslieferverträge vereinbart haben, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Einige Versorger sehen in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen vor, dass Änderungen bei der Umsatzsteuer ohne Ankündigung an die Kunden weitergereicht werden.

Andere treffen dazu keine gesonderte Regelung, sondern behandeln die Umsatzsteuer als Preisbestandteil wie etwa die EEG-Umlage. Dann muss der Energieanbieter die Mehrwertsteueränderung ankündigen. Das bedeutet, dass der Kunde ein Sonderkündigungsrecht hat und zu einem günstigeren Versorger wechseln kann, so die Verbraucherschützer.

Stromzähler spätestens am 1. Juli fotografieren

Die Strom- und Gasversorger müssen die Mehrwertsteuersenkung nicht sofort in den monatlichen Abschlagszahlungen berücksichtigen, allerdings in der Jahresabrechnung. Die Verbraucherzentrale weist aber auch hier darauf hin: Sieht der Vertrag vor, dass Preisänderungen zeitanteilig berechnet werden, muss der Anbieter den Energieverbrauch in der Schlussrechnung aufteilen und für Juli bis Dezember 2020 anteilig die 16-prozentige, für die übrigen Monate die 19-prozentige Mehrwertsteuer ansetzen.

Das bedeutet für die Kunden: Damit auch der genaue Verbrauch ab dem 1. Juli berechnet wird, sollte man spätestens am 1. Juli den aktuellen Zählerstand dem Versorger mitteilen. Dann muss dieser für den Verbrauch ab dem 1. Juli den neuen Mehrwertsteuersatz in Höhe von 16 Prozent berücksichtigen. Eine einfache E-Mail an den Versorger mit dem aktuellen Zählerstand genügt. Zu Beweiszwecken sollte man am besten ein Foto von dem Zählerstand machen und mitschicken. In der Bilddatei wird das Aufnahmedatum gespeichert. Liegen keine Werte vor, wird der Verbrauch geschätzt, so die Verbraucherzentrale.

Außerdem weisen die Verbraucherschützer darauf hin: Erlauben die Geschäftsbedingungen keine zeitanteilige Berechnung, muss der Versorger in Schlussrechnungen, die zwischen Juli und Dezember 2020 gestellt werden, die 16-prozentige Mehrwertsteuer auf den Gesamtnettobetrag berücksichtigen. Unerheblich ist dann, dass in den Bezugszeitraum auch Monate mit einem höheren Umsatzsteuersatz fallen. Weil die Einzelheiten dazu derzeit noch unklar sind, empfiehlt die Verbraucherzentrale auch hier, Strom- und Gaszähler abzulesen und zu Beweiszwecken ein Foto zu machen.