31. Oktober 2018 - 9:57 Uhr

Mehrheit will im Alltag auf Plastik verzichten

Fast alle Deutschen würden im Alltag gerne weniger Plastikmüll verursachen. 84 Prozent sind laut einer RTL-Umfrage bereit, ihren Plastikverbrauch zu reduzieren. Trotzdem wird in Deutschland mehr Verpackungsmüll produziert als jemals zuvor. Fast alles, was es im Supermarkt zu kaufen gibt, steckt in Plastikfolie.

4,4 Millionen Tonnen Verpackungsmüll!

Weil es immer mehr Single-Haushalte gibt, werden auch mehr kleine Packungen angeboten: Immer weniger Inhalt wird immer aufwändiger verpackt. "In den Supermärkten werden immer mehr Convenience-Produkte angeboten, die ebenfalls in Kunststofffolie eingepackt werden müssen, etwa geschälte Bananen oder Zitronen", sagte Ulf Kelterborn, Sprecher der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen.

Zwar wurden inzwischen die Plastiktüten an der Supermarktkasse weitestgehend verbannt und die EU will demnächst Plastikgeschirr und Strohhalme verbieten, große Auswirkungen auf den Müllverbrauch hat das aber nicht. 2017 wurden 4,4 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen produziert – fast 100.000 Tonnen mehr als im Vorjahr.

Viele würden für umweltfreundliche Verpackung mehr bezahlen

10.02.2018, Hermsdorf, Thueringen, GER - Leere Kaffeebecher, Getraenkedosen und zerknuellte Papiertueten auf einem Rastplatz-Tisch. (Abfaelle, Abfall, Abfallentsorgung, Abfallwirtschaft, abgestellt, Alltag, aussen, Aussenaufnahme, Autobahnrastplatz,
Muss das wirklich alles sein?
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Die Verpackungsindustrie argumentiert, dass Lebensmittel ohne Plastikhülle schneller verderben. "Nicht verpackte Salatgurken trocknen wesentlich schneller aus", erklärte Kelterborn. "Der Anteil nicht mehr genießbarer Gurken, die schon vom Handel weggeworfen würden, wäre um ein Vielfaches höher." Weil Verpackungen Geld kosten, würden ohnehin nur solche verwendet, die auch benötigt werden.

Dabei wären die Verbraucher sogar bereit, etwas für die Umwelt zu tun. 62 Prozent der Deutschen würden für umweltfreundlich verpackte Produkte sogar mehr Geld ausgeben. Denn vielen ist das Problem längst bewusst. Was Plastikmüll, der größtenteils in den Weltmeeren landet anrichten kann, ist kein Geheimnis.

Umweltschützer meinen aber, dass jetzt vor allem die Politik aktiv werden muss. "Industrie und Handel haben eine Verantwortung, dass dieser Wahnsinn aufhört", meint Rolf Buschmann von der Umweltorganisation BUND. "Wir brauchen Anreize und den Druck aus der Politik, das in die richtige Richtung zu drücken."