Laut Umfrage

Mehrheit der Deutschen unterschätzt Keuchhusten-Risiko deutlich

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Keuchhusten auch in der Corona-Zeit gefährlich

Im Moment dreht sich alles vor allem um eine Infektionskrankheit: Covid-19. Auch über die Grippe und die Grippeimpfung informieren sich viele Menschen im Hinblick auf die kommende Saison. Doch wie eine Umfrage von GSK zeigt, unterschätzen sehr viele die Gefahr, die von Keuchhusten ausgeht. Wussten Sie zum Beispiel, dass Keuchhusten mehrheitlich Erwachsene trifft? Oder dass die Impfung gegen Keuchhusten zu denjenigen gehört, die Experten in Corona-Zeiten empfehlen, da beide Krankheiten zusammen großen Schaden anrichten könnten? Um besser über die Gefahren der bakteriellen Atemwegserkrankung aufzuklären, ist nun eine groß angelegte Aufklärungskampagne geplant.

84 Prozent glauben nur an kleines Risiko

Die übergroße Mehrheit (84 Prozent) der befragten Bundesbürger glaubt, lediglich ein niedriges Risiko zu haben, an Keuchhusten zu erkranken. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsunternehmens Ipsos im Auftrag des forschenden Gesundheitsunternehmens GSK. Ein Grund dafür: Noch immer gilt Keuchhusten für viele als eine Krankheit, die vor allem Babys, Kinder und Jugendliche trifft (49 Prozent). In der Realität hingegen sind mehrheitlich Erwachsene betroffen, davon ist jeder Fünfte 60 Jahre oder älter. Mit einer breit angelegten Aufklärungskampagne macht GSK darauf aufmerksam. Im Zentrum von TV-Spot, Anzeigen und Infomaterialien stehen die Ansteckungsmöglichkeiten aller Altersgruppen und der Schutz durch eine Impfung.

Keuchhusten kann zu Lungenentzündungen oder Rippenbrüchen führen

Keuchhusten ist eine hochansteckende Atemwegsinfektion, die nach dem Infektionsschutzgesetz gemeldet werden muss. Kleine Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen die Erreger, die für Menschen jeden Alters hochansteckend sind. Keuchhusten zeigt sich häufig durch stakkatoartige und schmerzhafte Hustenattacken, die wochen- oder monatelang anhalten. Bei Älteren verläuft die Erkrankung oft untypisch und ist schwer zu diagnostizieren. Auch Folgekomplikationen wie Lungenentzündungen oder Rippenbrüche können auftreten.

In der Regel stecken sich fünf Personen bei einem Erkrankten an. Im Mittel gibt es bundesweit jährlich etwa 12.000 Fälle, die Dunkelziffer liegt laut Schätzungen jedoch 100- bis 1000-fach höher. Diese Fakten sind vielen nicht bekannt. Laut der aktuellen GSK-Umfrage sehen lediglich 16 Prozent der befragten Bundesbürger ein wenigstens moderates Risiko, sich mit Keuchhusten anzustecken. Hingegen glauben sogar zwei Drittel, dass sie nur ein sehr niedriges bis gar kein Risiko haben. Lediglich ein Drittel weiß, dass Keuchhusten eine Infektion ist, die alle Altersgruppen gleichermaßen treffen kann. Fast die Hälfte der Befragten nimmt hingegen an, dass ausschließlich Jüngere betroffen sind.

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Vor allem Ältere glauben, dass Keuchhusten eine Kinderkrankheit ist

Insbesondere in der älteren Generation ab 60 Jahre geht eine deutliche Mehrheit davon aus, dass vor allem Neugeborene, Kinder und Jugendliche an Keuchhusten erkranken - bei den meisten eine Fehlwahrnehmung aus eigener Kinderzeit. Laut Ständiger Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut sind zwei Drittel der gemeldeten Infektionen heutzutage Erwachsene ab 18 Jahre. Von den rund 10.000 betroffenen Erwachsenen in 2019 war etwa jeder Fünfte 60 Jahre oder älter. Dabei haben ältere Menschen ein höheres Risiko für schwere Verläufe: 40 Prozent älterer Erwachsener werden im Rahmen ihrer Keuchhusteninfektion wahrscheinlich Komplikationen erleiden. Diese können von Rippenbrüchen über Inkontinenz bis hin zu Lungenentzündungen reichen. Nicht selten erfolgt dann eine längere Behandlung im Krankenhaus.

Schutz vor einer Keuchhustenerkrankung kann eine Impfung bieten, für Erwachsene empfiehlt die STIKO eine Auffrischung dieser Impfung. Dennoch haben lediglich 32,4 Prozent der Menschen ab 18 Jahren eine solche in den letzten zehn Jahren erhalten.

Quelle: dpa/RTL.de