Mehr Sprit, neue Teile, schnelles Auto

Norbert Haug wähnt Mercedes auf dem besten Weg zurück zur Weltspitze.
© dpa, Jens Büttner

05. Mai 2011 - 9:50 Uhr

Mercedes GP lechzt nach Erfolgserlebnissen wie ein ausgemergelter Kojote nach einem Fetzen Wurst. Nach den vermasselten Rennen zum Saisonauftakt in Australien und danach in Malaysia keimte beim Großen Peis von China mit Nico Rosberg auf Platz 5 und Michael Schumacher auf Rang 8 ein wenig Hoffnung auf. Doch von einem Durchbruch der Silberpfeile konnte beileibe noch nicht die Rede sein.

Das soll sich beim Türkei-GP am kommenden Wochenende in Istanbul allerdings ändern – erste Schritte sind gemacht. "Wir sind optimistisch für die nächsten Rennen. Wir haben neue Teile am Auto, deshalb werden wir auf jeden Fall wieder schneller sein", sagte der 25-Jährige in einem RTL-Interview. Spritprobleme wie beim Rennen in Schanghai erwartet Rosberg nicht: "Wir haben aus den Problemen gelernt, wir werden auf jeden Fall genug an Bord haben. Der Ärger von China ist vergessen, wir geben jetzt Vollgas."

Auch der Boss sieht die Sonne am Horizont aufgehen. "Man hat gesehen, was in einer Woche zwischen Malaysia und China passiert ist, das war ein Unterschied wie zwischen Tag und Nacht", sagte Norbert Haug und kündigte an, dass sich Mercedes im Lauf der Saison immer mehr steigern werde. "Wir haben noch einiges in der Röhre", so der Motorsportdirektor. Ob das schon in der Türkei klappt, bleibt jedoch abzuwarten: "Ich kann nicht versprechen, dass wir dort blendend sind, aber wir waren in China schon podiumsfähig, hatten da halt nur das Sprit-Problem, da ging es um 3-4 Kilo." Mittelfristig sieht Haug den Rennstall jedenfalls auf dem besten Weg an die Spitze: "Wir sind ein starkes Team. Die Belohnungen werden kommen. Es ist eng an der Spitze, aber wir werden Schritt für Schritt dahinkommen."

Rosbergs mühsamer Weg aus dem Schatten

Nico Rosberg
Wartet immer noch auf seinen ersten Sieg in der Formel 1: Nico Rosberg.
© dpa, Adi Weda

Die Erwartungen sind jedenfalls groß, und das nicht nur bei dem Rennstall selbst. Für Rosberg wird es in seinem sechsten GP-Jahr Zeit, aus dem wie ein Fluch über ihm lastenden Schatten des "ewigen Talents" hinauszutreten und sich auf dem Schlachtfeld der Erwachsenen zu behaupten und sich im wahrsten Sinne des Wortes zu positionieren – am besten auf Position 1. 91 Formel-1-Rennen (217,5 Punkte) hat Rosberg bislang bestritten – gewonnen hat er nie. Seinen letzten Erfolg feierte er im Jahr 2005: Als Sieger des GP2-Laufs in Bahrain.

Was Rosberg aus der Wundertüte MGP W02 noch rausholen wird, wird man sehen. "Der Lichtblick ist, dass ich das Rennen in Schanghai angeführt habe. Toll, dass es wenigstens vom Speed her voran geht", so Rosberg, der vor allem an den aerodynamischen Heckflügeln seinen Spaß hat – im Gegensatz zu Schumi, der wegen deren Unzuverlässigkeit schon zweimal in die Röhre geschaut hat.