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Mehr Schwarzarbeit, weil Arbeitgeber den Mindestlohn umgehen?

Mehr Schwarzarbeit, weil Arbeitgeber den Mindestlohn umgehen?

"Die Unternehmen sind gerade dabei auszutesten, was der Markt akzeptiert."

Eigentlich soll gerade erst eingeführte Mindestlohn von 8,50 Euro ein Segen sein für den Arbeitsmarkt. Aber er befeuert die Schwarzarbeit – zumindest lautet so die gewagte Prognose einiger Wirtschaftswissenschaftler aus Tübingen. In Zahlen soll die Schwarzarbeit um 1,5 Milliarden Euro anschwellen.

Handwerker bei der Arbeit
Schwarzarbeit rauf wegen Mindestlohn?
dpa, A3476 Oliver Stratmann

Warum? Arbeitgeber versuchen den Mindestlohn zu umgehen: Der eine zahlt zwar die Achtfünfzig, lässt aber mehr arbeiten, als er abrechnet. Der andere drängt seine Leute in Werkverträge und Scheinselbständigkeit. Eine enorme Druckwelle rolle übers Land, stellen Tübinger Wissenschaftler fest. Bernhard Boockmann sagt: "Die Unternehmen sind gerade dabei, auszutesten, was der Markt akzeptiert. Wenn der Markt beispielsweise höhere Preise wie bei den Taxiunternehmen akzeptiert, dann wird der Mindestlohn keine negativen Beschäftigungswirkungen haben. Wenn der Markt das jedoch nicht akzeptiert, dann wird entweder ausgewichen oder aber es kostet Beschäftigung."

Die Meinungen von Politikern und des Deutsche Gewerkschaftsbunds (DGB) sind gespalten.