Mehr Scheidungen durch Whatsapp – Nachrichten werden vor Gericht zum Beweismittel

29. April 2015 - 10:16 Uhr

Smartphone-Messenger erleichtern das Fremdgehen

Whatsapp und ähnlicher Messenger-Dienste erleichtern Seitensprünge und erhöhen die Scheidungsrate. Das ist das Ergebnis einer italienischen Studie. In fast jedem zweiten Scheidungsprozess in Italien dient die verräterische Nachricht inzwischen sogar als Beweismittel.

Mehr Scheidungen durch Whatsapp - Nachrichten als Beweismittel
Laut einer aktuellen Studie erhöhen Messenger-Dienste wie Whatsapp die Scheidungsrate.
© dpa, Daniel Naupold

Kein Wunder: Die Nachricht an den Geliebten oder die Geliebte ist schnell verschickt, ein Treffen unverbindlich arrangiert. In der Regel bekommt der Partner von der Untreue zunächst nichts mit. Laut einer RTL-Forsa-Umfrage glauben 39 Prozent der Befragten, dass soziale Netzwerke das Fremdgehen einfacher machen. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 52 Prozent.

Messenger-Dienste erleichtern die Kommunikation mit mehreren Partnern. Die Kehrseite: Genauso leicht lässt sich ein Fehltritt häufig aber auch beweisen. Anders als in Italien sind elektronische Nachrichten vor deutschen Gerichten allerdings kein Beweismittel im klassischen Sinn, da die Unterschrift fehlt und die Urheberschaft somit nicht zweifelsfrei geklärt ist.

Ob eine Nachricht als Beweis dient, liegt in Deutschland somit im Ermessen des Richters. "Wenn sie einen Richter haben, der ständig mit SMS und Whatsapp kommuniziert, dann kann ich mir vorstellen, dass es auf ihn eine größerer Überzeugungskraft hat als auf einen altgedienten Richter, für den das nur böhmische Dörfer sind", erklärt Rechtsanwalt Georg Englert.