Zahl steigt seit 20 Jahren wieder an

Mehr Langzeitarbeitslose wegen Corona

Wegen der Corona-Pandemie gibt es mehr Langzeitarbeitslose.
Wegen der Corona-Pandemie gibt es mehr Langzeitarbeitslose.
© imago images/Future Image, Christoph Hardt via www.imago-images.de, www.imago-images.de

29. Januar 2021 - 13:47 Uhr

Historische Marke bald überschritten?

Jobverlust oder Kurzarbeit - Corona wirbelt den Arbeitsmarkt mächtig durcheinander. Generell sei die Zahl der Arbeitslosen im Januar nicht mehr gestiegen als für diese Jahreszeit üblich. Doch der Chef der Bundesagentur für Arbeit sorgt sich vor allem um Langzeitarbeitslose. Denn die Zahl derer die seit einem Jahr oder mehr ohne Job ist, könnte schon bald eine historische Marke überschreiten.

​+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Fast eine Millionen Langzeitarbeitslose

"Das ist schon bitter", kommentiert der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, die Arbeitsmarktbilanz für den Januar. Zwar zeige sich der Arbeitsmarkt in der Corona-Krise relativ robust, doch große Sorgen macht sich Scheele um die Langzeitarbeitslosen.

Allein in diesem Monat sei die Langzeitarbeitslosigkeit um rund 60.000 auf 990.000 Erwerbslose gestiegen, heißt es in dem Bericht der Bundesagentur für Arbeit. Vor der Corona-Krise sei die Zahl derer, die ein Jahr oder länger ohne Arbeit sind, konsequent gesunken. Doch nach fast einem Jahr Pandemie sei zu erkennen, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen nach über 20 Jahren wieder steigt und die historische Marke von einer Millionen schon im Februar überschreiten könnte, so Scheele.

Corona-Beschränkungen sorgen für Jobverlust

Vor allem das Gastgewerbe und die Hotellerie leiden massiv unter den Corona-Beschränkungen. Restaurants sind dicht, Hotels geschlossen. Die finanzielle Unterstützung für gastronomische Betriebe aber auch für Beauty-Salons, Friseure oder den Einzelhandel kommt nur im Schildkröten-Tempo. Das hat zur Folge, dass viele Betriebe Mitarbeiter entlassen müssen.

Im Gastgewerbe hätten im November fast 40.000 Kellner, Köche oder Lagerarbeiter ihren Job verloren. Das sind dreimal mehr als unter normalen Umständen. Hinzu kommen ca. 100.000 Minijobber, die ihren Job nicht mehr ausüben können. Laut der Bilanz der Bundesagentur für Arbeit schlägt sich das in der Arbeitslosenstatistik nieder. Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnete für Januar 2,9 Millionen Arbeitslose und damit 193.000 mehr als im Dezember.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Langzeitarbeitslose: Wieder- Eingliederung in Arbeitsmarkt schwer

Die Unterstützung von Langzeitarbeitslosen fällt den Jobcentern zurzeit pandemiebedingt schwer. Denn selbst wenn sie helfen und eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt ermöglichen wollen, so fehlen zurzeit häufig die passenden Angebote für Neueinstellungen, gibt Detlef Scheele zu Bedenken: "Gegenwärtig sind unsere Möglichkeiten ehrlicherweise begrenzt." Er fordert deshalb von der Politik, dass neue gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen und bessere Qualifizierungsmöglichkeiten ermöglicht werden sollen.