Kabinett verabschiedet neue Maßnahmen in der Corona-Krise

Höheres Kurzarbeitergeld und ein Pflegebonus

29. April 2020 - 15:30 Uhr

Regierung will weitere Hilfsmaßnahmen auf den Weg bringen

Erst vor wenigen Wochen wurden zahlreiche Regelungen verabschiedet, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern. Nun sollen eine Reihe weitere folgen - es geht auch um ein klareres Lagebild der Pandemie.

Konkret plant die Regierung mehr Tests, mehr Unterstützung für Arbeitnehmer, mehr Vorsorge schon für die nächste Grippe-Saison: Die Bundesregierung will weitere Hilfsmaßnahmen auf den Weg bringen. Beschlossen ist das Kurzarbeitergeld, der Pflegebonus, die Ausweitung von Tests sowie die Reisewarnung bis Mitte Juni.

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Kurzarbeitergeld soll erhöht werden

  • Kurzarbeit: Beschäftigte, die wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit gehen müssen, sollen weitere Hilfen bekommen. Das Kurzarbeitergeld soll bei längerem Bezug befristet auf bis zu 80 Prozent des letzten Nettolohns erhöht werden soll - bei Menschen mit Kindern auf bis zu 87 Prozent. Bisher sind es 60 oder 67 Prozent. Arbeitslosengeld soll demnach länger zu bekommen sein.
  • Pflege: Beschäftigte in der Altenpflege sollen als Ausgleich für eine besondere Belastung durch die Coronavirus-Krise einen steuer- und sozialabgabenfreien Gehaltsbonus von bis zu 1.500 Euro erhalten. Finanziert werden soll dies zu zwei Dritteln von den Pflegekassen sowie zu einem Drittel von Ländern und Arbeitgebern. Beschäftigte, die mindestens ein Viertel ihrer Arbeitszeit direkt mit der Pflegearbeit verbringen, sollen einen Bonus von bis zu 1.000 Euro erhalten und Lehrlinge 900 Euro. Andere Beschäftigte in der Altenpflege bekommen bis zu 500 Euro.
  • Mehr Tests: Angesichts der Corona-Epidemie sollen Tests auf das Virus deutlich ausgeweitet werden. Auch im Umfeld besonders gefährdeter Menschen etwa in Pflegeheimen soll damit verstärkt getestet werden können. Möglich werden sollen außerdem Tests auf Kassenkosten, auch wenn jemand keine Symptome zeigt. Ärzte und Labore sollen künftig auch negative Testergebnisse und genesene Fälle melden müssen. Spahn sagte: "Wir wollen Corona-Infizierte künftig schneller finden, testen und versorgen können."

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