Einlassbeschränkungen in öffentlichen Schwimmbädern

Mehr Badetote in Deutschland wegen Corona

30. Juni 2020 - 10:19 Uhr

Wasserretter im Dauereinsatz

Mehrere Badetote an einem einzigen Wochenende. Damit tritt jetzt ein, wovor die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bereits vor Wochen gewarnt haben: Wegen Corona könnte es in diesem Jahr mehr Badetote geben. DLRG-Strömungsretter Robert aus Düsseldorf wird konkret: "Ende Juni sind wir bereits ziemlich genau bei den Einsatzzahlen, die wir im gesamten letzten Jahr hatten."

Badetote in Seen und Flüssen

Denn neben den bekannten Problemen wie einer sinkenden Zahl von Schwimmbädern und langen Wartezeiten für Schwimmkurse komme in diesem Jahr die Corona-Pandemie dazu. Dadurch seien Schwimmbäder wochenlang geschlossen gewesen, Schwimmkurse seien deshalb ausgefallen. Menschen müssten nun noch länger auf einen Kurs warten.

Neben der fehlenden Schwimmausbildung sieht die DLRG das Problem, dass Menschen wegen der coronabedingten Einlassbeschränkungen in Bädern auf unbewachte Badestellen ausweichen. Und das ist gefährlich. "Wir haben Einlassbeschränkungen in den Freibädern oder auch anderen öffentlichen Bädern. Das heißt, es werden mehr unbewachte Stellen aufgesucht", weiß DLRG-Rettungsschwimmer Robert.

Und die Ereignisse vom letzten Wochenende scheinen die DLRG-Befürchtungen zu bestätigen: Am Freitagabend verschwindet ein 38-Jähriger im Ölpersee in Braunschweig. Rettungstaucher können nur noch seine Leiche bergen. Am Samstagabend ertrinkt ein 17-Jähriger im Kalka See im niedersächsischen Winsen. Auch hier finden die Rettungstaucher nur noch den leblosen Körper. Ein besonders tragischer Fall ereignet sich Samstag am Rhein im hessischen Trebur: Eine Mutter versucht ihren fünfjährigen Sohn aus dem Fluss zu retten. Die Feuerwehr kann beide nur tot bergen.

Die DLRG Rheinhessen rief nach dem tragischen Badeunfall in Trebur dazu auf, nicht im Rhein zu schwimmen. Vorbeifahrende Schiffe erzeugten einen kräftigen Sog. Zudem bildeten sich an den Steinaufschüttungen im Rhein strudelartige Strömungen. Es bestehe keine Chance, gegen die Strömung anzuschwimmen, sobald eine scheinbar geschützte Bucht verlassen werde. Wie gefährlich die Strömung in Flüssen ist, erfuhr auch eine RTL-Reporterin im Selbstversuch am eigenen Leib.