Mehr als die Hälfte der Corona-Impftermine bereits vergeben

Vorbereitete Spritzen für die anstehenden Corona-Impfungen liegen in einer Schale bereit. Foto: Andreas Arnold/dpa pool/dpa/Archivbild
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14. Januar 2021 - 17:54 Uhr

Rund 36.000 Senioren im Alter von über 80 Jahren haben in Hessen mittlerweile einen Termin für ihre Erst- und Zweitimpfung zum Schutz gegen das Coronavirus bekommen. Die Buchungsanfragen per Telefon oder über das Internet liefen trotz der weiter großen Nachfrage zuverlässig, teilte das Innenministerium am Donnerstag in Wiesbaden mit. Mit Wartezeiten müsse aber weiter gerechnet werden. Zum Start der Buchung hatte es wegen des enormen Ansturms massive technische Problemen bei den Buchungssystemen gegeben.

In allen sechs regionalen Impfzentren stiegen die Terminbuchungen stark an, erklärte das Ministerium. In Fulda und Gießen etwa gebe es bereits eine Terminauslastung von rund 80 Prozent. Insgesamt stehen zunächst rund 60.000 Termine für die hessischen Senioren zu einer Schutzimpfung gegen das Coronavirus zur Verfügung. So viele Impfdosen werden zunächst für drei Wochen ab dem 19. Januar in den sechs regionalen Impfzentren für die Erstimpfung bereitgestellt.

Die Impfung soll dann ab Dienstag nächster Woche an den Impfstandorten in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt beginnen. Die wichtige Zweitimpfung erfolgt dann den Angaben zufolge in demselben Impfzentrum wie die Erstimpfung, in der Regel etwa drei Wochen später. Termine für die Zweitimpfung werden bei der Anmeldung online oder telefonisch immer gleich mitvereinbart.

Sobald 60.000 Frauen und Männer über 80 Jahre ihre Termine vereinbart haben, können bis auf weiteres keine Termine mehr gebucht werden. Im Anmeldeverfahren bereits erfolgreich registrierte Bürger, die aber keinen Termin erhalten konnten, bleiben laut Ministerium aber gespeichert. Erst wenn weitere Impfstofflieferungen eintreffen, kann das Terminierungsverfahren wieder starten. In Hessen gibt es bereits Schutzimpfungen für Bewohner und Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen sowie Personal in Corona-Intensivstationen.

Die Pflicht regelmäßiger Corona-Tests für das Personal in Alten- und Pflegeeinrichtungen wird derweil in Hessen ausgeweitet. Vom 16. Januar an müssen alle Mitarbeiter mindestens zweimal pro Woche sowie darüber hinaus bei Dienstantritt nach einer Abwesenheit von mehr als drei Tagen getestet werden, teilte Sozialminister Kai Klose (Grüne). Seit Mitte Dezember 2020 muss das Personal in Einrichtungen der stationären Altenhilfe mindestens einmal wöchentlich auf das Coronavirus getestet werden.

"Die in allen Bundesländern hohen Infektions- und auch Todeszahlen der letzten Wochen und Monate verdeutlichen, dass in und für Alten- und Pflegeeinrichtungen über die bereits beschlossenen Maßnahmen hinaus weitere Schutzmaßnahmen geboten sind", erklärte Klose. Das Land Hessen habe über einen Dienstleister für ein wöchentliches Kontingent von 500.000 Schnelltests gesorgt, auf das die Einrichtungen zugreifen könnten. Darüber hinaus gebe es weitere Anbieter, über die Tests bezogen werden könnten.

Binnen 24 Stunden sind in Hessen mehr als 1600 neue Corona-Infektionen registriert worden. Mit 1657 Fällen stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie gemeldeten Fälle am Donnerstag (Stand 0.00 Uhr) auf nunmehr 154.500, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts in Berlin hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 64 auf 3780. Hessen kommt landesweit in den vergangenen sieben Tagen auf 140,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Mittlerweile wurden laut RKI in Hessen 62.171 Corona-Impfungen durchgeführt. Das waren 1827 mehr als am Vortag. Diese Zahlen könnten allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegelten nicht die Menge der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider.

Laut dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) wurden zuletzt (Stand Mittwoch 12.15 Uhr) 456 Corona-Patienten in Krankenhäusern auf Intensivstationen behandelt. Das entsprach 25 Prozent aller belegten Intensivbetten. 250 Covid-19-Patienten wurden beatmet. Hessenweit waren - auch mit Patienten mit anderen Krankheiten - 1813 von 2094 Intensivbetten belegt.

Quelle: DPA