Mehr als 70 000 Anträge auf bayerischen Corona-Pflegebonus

29. April 2020 - 13:41 Uhr

Für die Sonderzahlung von bis zu 500 Euro der bayerischen Staatsregierung an Pflegekräfte sind mehr als 70.100 Anträge gestellt worden (Stand: Mittwoch). Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte der Deutschen Presse-Agentur in München, sie freue sich über dieses große Interesse. Mit dem Pflegebonus wolle die Staatsregierung "ein Zeichen der Anerkennung für außergewöhnliches Engagement" in der Corona-Krise setzen.

Das Ministerium rechnet damit, dass rund 250.000 Beschäftigte aus verschiedenen Pflegeberufen den Bonus erhalten können. Anträge können online gestellt werden, die Frist endet am 31. Mai. Für die Zahlungen hat die Staatsregierung bis zu 126 Millionen Euro eingeplant.

Es gibt allerdings auch Kritik an der Umsetzung. So hatte die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) erklärt, die 500-Euro-Prämie sei "nur ein Anfang", wenn es um die Verbesserung der Situation in der Pflege gehe. Nach Ansicht der VdPB gibt es bei der Antragstellung außerdem unnötige bürokratische Hürden.

Der Verband kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bayern (vkm-Bayern) und der Diakonische Arbeitnehmerverband in Bayern (DAViB) bemängelten am Mittwoch unklare Angaben zur Antragstellung. "Für welche Mitarbeitende die Prämie jedoch gedacht ist, ist bis heute noch nicht eindeutig bekannt." Auf der Ministeriumshomepage heißt es dazu: "Die genauen Kriterien werden derzeit noch festgelegt und sobald wie möglich auf dieser Seite veröffentlicht."

Neben konkreten Angaben fordern die beiden Verbände eine Verlängerung Antragsfrist bis zum 30. Juni dieses Jahres. Dabei betonten sie, den Kreis der berechtigten Personen nicht zu klein zu fassen und beispielsweise auch Mitarbeiter der Haustechnik und Verwaltung zu berücksichtigen. "Es darf innerhalb einer Einrichtung keine systemrelevanten Mitarbeitenden erster und zweiter Klasse geben."

Auch auf Bundesebene ist eine Pflegeprämie geplant, die bis zu 1500 Euro betragen soll. Allerdings ist die Finanzierung für die bundesweite Prämie noch nicht abschließend geklärt.

Quelle: DPA