Gegenwind für Bayern-Star

Mehmet Scholl: Joshua Kimmich ist die Greta Thunberg des deutschen Fußballs

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11. Februar 2020 - 9:55 Uhr

Mehmet Scholl hat sich Joshua Kimmich vom FC Bayern vorgeknöpft. In seiner Radio-Show "Mehmets Schollplatten" warf der ehemalige Nationalspieler dem Münchner vor, dass er zu häufig als Mahner auftritt. Eine Rolle, die Kimmich noch nicht zusteht, findet der 49-Jährige.

Kimmich noch zu grün

"Die ganzen Äußerungen und Interviews, das war ein bisschen viel für mich. Und dann hab ich mir überlegt: Er ist die Greta Thunberg des deutschen Fußballs", spottete Scholl in seiner Sendung im "Bayern2-Nachtmix".

"Er ist derjenige, der mit seinen 24 glaubt, permanent den Finger in irgendeine Wunde legen zu müssen, was ich schwierig finde", so Scholl. Der DFB-Spieler, der mit Bayern schon viermal deutscher Meister und zweimal Pokalsieger wurde, sei für so eine Rolle noch nicht gestanden genug.

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Pavard und Kimmich jubeln über den Treffer zum 1:1
Joshua Kimmich macht seinem Ärger gerne mal Luft
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Seit Beginn dieser Saison ist Kimmich im Mannschaftsrat des FC Bayern vertreten, seinen Aufstieg beim FCB verdankt der Defensiv-Allrounder auch seiner forschen Art. "Ich kann gut mit den jungen Spielern, aber auch mit den ausländischen Spielern. Ich versuche, mich da einzubringen", gab Kimmich im September im Gespräch mit der "Sport Bild" preis.

Zuvor hatte er in einer schwachen Phase des FC Bayern öffentlich Dampf abgelassen. So nach der 1:2-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach im Dezember: "Auch wenn es im Vergleich zur letzten Saison nur sieben Punkte auf Platz 1 sind, glaube ich, dass es deutlich schwieriger wird. Wer das jetzt noch nicht begriffen hat, der ist auf dem falschen Weg. Wer glaubt, dass es einfach wieder so wird wie letzte Saison, der ist fehl am Platz", polterte Kimmich, nachdem die Bayern auf Tabellenrang sieben abgerutscht waren.

Bundestrainer ist Kimmich-Fan

Beim DFB zählt Kimmich mittlerweile auch zu den arrivierten Kräften. Im Oktober führte er die Nationalmannschaft beim 2:2 gegen Argentinien in Dortmund als Kapitän aufs Feld und erhielt anschließend ein dickes Lob von Bundestrainer Joachim Löw: "Er ist ein Vorbild an Einsatz. Und er hat mittlerweile auch eine gewisse Erfahrung. Und er kann auch verbal eine Mannschaft auf dem Platz führen. Er ist in der Organisation sehr klug und gibt Anweisungen."

"Du bist noch kein Schweinsteiger"

Mehmet Scholl sieht das anders. "Er soll natürlich auch zum Führungsspieler aufgebaut werden, ja, alles gut. Leistung: passt einigermaßen. Nur: Wo führt's hin? Du bist noch kein Schweinsteiger."

Bayern-Coach Hansi Flick war überrascht von den Scholl-Aussagen. "Ich habe das selbst nicht gelesen, damit beschäftige ich mich nicht", erklärte Flick und stärkte seinem Spieler den Rücken: "Joshua Kimmich ist ein wichtiger Spieler. Ich mag Spieler, die voran gehen und eine Meinung haben. Er ist auf einem sehr guten Weg und ich bin mit ihm sehr, sehr zufrieden."

​Quelle: sport.de