Schuld ist der Schlick

Megaprojekt im Hamburger Hafen: Ist die Elbvertiefung in Gefahr?

Ein Bagger holt bei Arbeiten zur Elbvertiefung Schlick aus einem Hafenbecken in Hamburg. Foto: Axel Heimken/dpa
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19. Februar 2021 - 7:48 Uhr

Größer, tiefer, breiter!

Es ist das Megaprojekt in Hamburg: 100 Kilometer lang zwischen Unterelbe und Elbmüdung – so soll die neue, tiefere und breitere Fahrinne für den Schiffsverkehr in Hamburg aussehen. Seit 1818 ist die Elbe bereits achtmal vertieft worden. Seit 2002 ist die neunte Elbvertiefung in Planung – 2019 starteten dann endlich die Baumaßnahmen. Doch jetzt gibt es eine erneute Hiobsbotschaft der Hamburg Port Authority (HPA), wie der NDR berichtet: Es gibt Schwierigkeiten!

Wassertiefe ist für Baggerschiffe zu gering

In einem elfseitigen Bericht wird klar: Die Projektleiter sind alarmiert und das hat einen Grund. Im Hamburger Hafen sammelt sich zu viel Schlick und Sediment. Dabei die Wassertiefen einzuhalten, sei jetzt schon extrem schwierig. Das bedeutet: Der Schlick muss erst einmal abgetragen werden, bevor die Baggerschiffe anrücken können, um die Baumaßnahmen fortzusetzen. Dennoch hält die HPA an ihrem Ziel, die geplante tiefere Fahrrinne bis zum Sommer diesen Jahres für Schiffe freizugeben.

Hilfe aus dem benachbarten Schleswig-Holstein?

Dass der Schlick in der Elbe zum Problem werden könnte ist nichts neues. Umweltschützer warnen seit Jahren davor, dass nach Fertigstellung der neunten Elbvertiefung im Hafen und in der Elbe deutlich mehr Schlick gebaggert werden muss. Die Stadt prüft jetzt, wo der Schlick in Zukunft verklappt, also in anderen Gewässern entsorgt werden kann. Eine Möglichkeit gebe es nahe der Insel Scharhörn in der Elbmündung. Außerdem ist in der kommenden Woche ein Spitzentreffen zwischen Hamburgs Erstem Bürgermeister Tschentscher (SPD) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther (CDU) angesetzt.