Wegen Umgang mit Corona

US-Fußballerin Megan Rapinoe macht US-Präsident Trump Feuer

© USA TODAY Sports, Catalina Fragoso, fa1

15. April 2020 - 11:55 Uhr

Megan Rapinoe vs. Donald Trump

Megan Rapinoe gehört zu den schärfsten Kritikern von Donald Trump. Ihre Popularität nutzt sie dazu, Missstände anzuprangern. Sie wirft dem US-Präsidenten vor, in der Corona-Krise versagt zu haben. Es ist aber nicht das erste Mal, dass die Sportlerin die Stimme gegen das Staatsoberhaupt erhebt.

Zwei wie Öl und Wasser

Ziemlich sicher hätte sie es gern anders. Aber der Name Megan Rapinoe ist eng mit dem von US-Präsident Donald Trump verbunden. Man darf sich die beiden wie Öl und Wasser vorstellen. Als zwei, die einfach nicht miteinander zu vereinen sind.

Rapinoe ist Frauenfußballerin, sie glaubt an Gleichberechtigung, setzt sich für die Rechte Homosexueller ein. Sie selbst ist lesbisch, war 2012 die erste US-Fußballerin, die sich öffentlich dazu bekannt hat. Rapinoe glaubt an Solidarität. Und an Protest. "Ich bin mehr als eine Fußballerin", sagt die 34-Jährige. "Das Gefühl, etwas nicht zu sagen, das falsch läuft, ist für mich so viel schlechter als alles, was passieren könnte, wenn ich aufstehe." In den Ohren von Trump muss das klingen wie eine Anklage. Es ist auch eine.

Rapinoe: Trump hat bei Corona versagt

Die Fußballerin wirft dem 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten vor, in der Corona-Krise völlig versagt zu haben und stellt sein Krisenmanagement an den Pranger. Trump hatte zuletzt noch allumfassender Macht des Präsidenten gesprochen und dafür viel Kritik geerntet. Rapinoe teilt bei Twitter zum Beispiel Listen mit Aussagen von Trump im Zusammenhang mit Corona. Der Mann, der im Januar noch davon sprach, alles unter Kontrolle zu haben, behauptete im März, er habe schon lange vor einer Pandemie gewarnt - noch bevor überhaupt jemand davon gesprochen habe. Rapinoe fragt: "Das ist ein sehr schrecklicher und wichtiger Thread. Holt dich das Leben ein?"

Die Corona-Krise trifft die USA besonders heftig. 2.200 Menschen starben zuletzt innerhalb von 24 Stunden. In keinem Land der Welt waren es mehr im selben solchen Zeitraum. Mehr als 570.000 Menschen sind mit dem Virus infiziert. 100.000 Infizierte gibt es allein in New York, 7000 Menschen sind in der Stadt an den Folgen des Virus gestorben. Hier gibt es alle News und Entwicklungen zur Corona-Situation in den USA. 

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Ins Weiße Haus? Nein, danke!

Es ist nicht das erste Mal, dass Rapinoe gegenTrump mobil macht. Bei der WM 2019 wurde sie danach gefragt, ob sie denn das Weiße Haus besuchen werde, sollte sie mit den USA den Titel gewinnen. Rapinoe, die später den Titel holte, schleuderte dem Reporter entgegen: "Ich gehe doch nicht ins beschissene Weiße Haus." Nach dem Titel 2015 war sie der Einladung von Präsident Barack Obama noch gerne gefolgt.  Zur Einordnung: In den USA ist es üblich, dass der Präsident Siegerteams ins Weiße Haus einlädt.

Rapinoes Absage war nicht nur rau, sondern auch ein Statement, das weltweit gehört wurde. Trump warf ihr vor, ihr Verhalten sei unamerikanisch. Sie habe die Flagge ihres Landes missachtet. Rapinoe drehte den Spieß um: "Als homosexuelle Amerikanerin weiß ich, was es heißt, wenn deine Flagge nicht alle deine Freiheiten beschützt." Rapinoe beruft sich auf das amerikanische Bewusstsein: Stehen die USA nicht für Vielfalt? "Sie müssen es besser machen", rief sie der Regierung zu.

Sie machte es wie Kaepernick

2016 kniete Rapinoe vor Spielen der US-Mannschaft nieder, wenn die Nationalhymne ertönte. Damit schloss sie sich der Bewegung von US-Quarterback Kolin Kaepernick an, der in der NFL aufs Knie gegangen war, um so gegen Polizeigewalt und Rassismus zu demonstrieren. Trump hatte ihn und solche, die es ihm gleichtaten, als bei Twitter im Nachgang als "Hurensöhne" bezeichnet.

2,2 Millionen Follower hat Rapinoe bei Instagram. Tendenz steigend. Die Stimme der Fußballerin findet in der Welt immer mehr Gehör. Und promiente Unterstützer. Die ehemalige US-Präsidentschaftskandidatin Hilary Clinton nannte Rapinoe für ihre Haltung ein "Vorbild".

Dokumentation bei TV NOW

In Teil II unserer Dokumentation bei TV NOW beleuchten wir, wie das Virus zu einer globalen Bedrohung wurde.