Frankfurter Einspruch gescheitert

Mega-Sperre für Abraham bleibt bestehen

© Bongarts/Getty Images, Bongarts

19. November 2019 - 16:05 Uhr

Ausschuss-Vorsitzender: "Märchenstunde"

Eintracht Frankfurts Kapitän David Abraham bleibt für seinen beispiellosen Check gegen Freiburgs Trainer Christian Streich sieben Wochen gesperrt. Der Einspruch der Hessen scheiterte krachend. Auch an der Sperre für Vincenzo Grifo vom Sportclub Freiburg ändert sich nichts.

Richter lässt sich nicht einnehmen

"Es ist ein klarer Fall des direkten Vorsatzes", sagte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz nach vierstündiger Verhandlung in der DFB-Zentrale und betonte angesichts der jüngsten Attacken gegen Amateur-Schiedsrichter auch die Vorbildfunktion der Profis: "Das, was oben passiert, findet seinen Niederschlag auch an der Basis."

Das "Koordinations-Vermögen" des Argentiniers sei "ausgeprägt genug, um auch im hohen Tempo um den Trainer herumzulaufen", urteilte Lorenz. "Das hat er nicht getan. Dann hat er ihn mit einem wie vielleicht im Eishockey üblichen Bodycheck abgeräumt." Zudem sei Abraham durch andere Rote Karten "einschlägig vorbelastet".

Auf seinen Vorschlag an die Abraham-Partei, den Einspruch zurückzuziehen, war deren Anwalt Christoph Schickhardt nicht eingegangen. Der DFB-Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner forderte sogar acht Spiele Sperre und eine Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro. Letztere wurde auch ausgesprochen.

Der SC Freiburg nahm hingegen im Fall Vincenzo Grifo den Vorschlag an und zog den Einspruch zurück. So bleibt es bei einer Zwangspause von drei Spielen für den Italiener. Grifo hatte in der Partie am 10. November bei den Tumulten nach Abrahams Attacke gegen Streich dem Frankfurter ins Gesicht gefasst und dafür von Schiedsrichter Felix Brych ebenfalls die Rote Karte gesehen.

In der Verhandlung hatten Abraham und Grifo auf gut Wetter gemacht und ausgiebig ihre Unschuld und ihr gutes Verhältnis beteuert. Nachreiner nannte dies schmerzlos eine "Märchenstunde".

RTL.de/DPA