Riesige Aufräumaktion im Pazifik

Meeresschutz-Organisation fischt 40 Tonnen Plastik aus dem Ozean

03. Juli 2019 - 16:47 Uhr

Gibt es ab 2050 mehr Plastik als Fische im Meer?

Rund 72 Prozent der Erde sind von Meer bedeckt - und das ist mittlerweile einer der schmutzigsten Orte der Welt. Hauptverursacher: Plastikmüll, der achtlos ins Wasser geworfen wird. Wenn alles weiter läuft wie bisher, könnte laut einer Studie 2050 mehr Plastik im Meer schwimmen als Fische.

Die Non-Profit-Organisation "Ocean Voyages Institute" (OVI) aus Kalifornien hat gerade eine große 25-tägige Aufräumaktion auf dem Pazifik beendet. Ihre Ausbeute: Unfassbare 40 Tonnen Plastik und dazu eine gigantische Menge an Fischernetzen. Wie genau die Mission des "Ocean Voyages Institute" ablief, zeigen wir im Video.

Knapp 80.000 Tonnen Plastik in riesigem Müllteppich

Das "Ocean Voyages Institute" befasst sich mit dem Schutz der Ozeane insbesondere vor Plastikverschmutzung. Mit dem Projekt "Kaisei" konzentriert sich die Organisation darauf, das Meer von Müll zu befreien und Bewusstsein für die zunehmende Verschmutzung der Ozeane zu schaffen. 

Ort der Mission war der Große Pazifische Müllteppich, ein riesiger Müllstrudel zwischen Kalifornien und Hawaii. Dort treiben laut Forschern knapp 80.000 Tonnen Plastik in einem 1,6 Millionen Quadratkilometer großen Gebiet - eine Fläche, die etwa 4,5-mal so groß ist wie Deutschland.

Ein Klumpen aus Geisternetzen wog fünf Tonnen

Die Ausbeute enthält alles von Bierflaschen über Kinderspielzeug bis hin zu riesigen sogenannten "Geisternetzen" - zurückgelassene Fischernetze, die mitunter jahrzehntelang im Meer umhertreiben und in denen sich dabei immer mehr Müll und Meerestiere verheddern. Ein Klumpen aus Geisternetzen, den die Organisation aus dem Meer zog, wog ganze fünf Tonnen.

Um möglichst viel Müll sammeln zu können, wurde das Gebiet mit Drohnen überwacht und Geisternetze per Satellit aufgespürt. So konnten Stellen mit besonders dichter Plastikverschmutzung leichter identifiziert werden.

Plastik-Problem muss auf allen Ebenen gestoppt werden

"Die Netze und andere Abfälle sind Zeichen für die wuchernde Plastikverschmutzung, die eine Bedrohung für das Meeresleben, die Umwelt an den Küsten, Schifffahrt, Fischereien, die Tierwelt und unsere Gesundheit sind", sagt Mary Crowley, die Gründerin und Vorsitzende des OVI.

Crowley betont, dass auf allen Ebenen unbedingt gehandelt werden muss: Nicht nur die Herstellung von Einwegplastikprodukten muss drastisch eingeschränkt werden, außerdem muss man unbedingt vermeiden, dass noch mehr Plastikmüll ins Meer gelangt. Der Müll, der schon in den Ozeanen schwimmt, muss mit groß angelegten Maßnahmen dringend entfernt werden.

"Ocean Voyages Institute" kehrt 2020 in das Gebiet zurück

Laut "Ocean Voyages Institute" landen jedes Jahr etwa 600.000 Tonnen Treibgut im Meer, als Folge davon sterben im gleichen Zeitraum etwa 380.000 Meerestiere. Die Organisation plant, im kommenden Jahr für drei Monate in das Gebiet zurückzukehren und dort mit der Säuberung weiterzumachen.