Meerbusch: Zugunglück mit vielen Verletzten – Fahrdienstleiter gab wohl trotz Rot-Signal Anweisung zur Weiterfahrt

50 Menschen bei Zugunglück nahe Neuss verletzt, neun davon schwer

Der nahe Neuss verunglückte Personenzug hätte den betreffenden Gleisabschnitt nicht befahren dürfen. Das sagte ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchungen in Bonn. Bei dem Unfall waren Dutzende Menschen verletzt worden.

Güterzug hielt ordnungsgemäß in Meerbusch-Osterath

Die Fahrtenschreiber beider Züge seien sichergestellt und ausgelesen worden, sagte Sprecher Gerd Münnich. Auch in den Stellwerken wurden demnach Informationen gesichert. Der Bahnfunkverkehr sei ebenfalls aufgezeichnet worden.

Danach ergebe sich das Bild, dass der Güterzug ordnungsgemäß gehalten und auf das Signal zur Einfahrt in den Bahnhof Meerbusch-Osterath gewartet habe. Damit sei die Strecke für den nachfolgenden Verkehr eigentlich gesperrt gewesen. "Der Personenzug hätte in den Abschnitt nicht reinfahren dürfen", sagte Münnich.

Lokführer hat durch Vollbremsung anscheinend Schlimmeres verhindert

Mitarbeiter der Bahn arbeiten am 06.12.2017 bei Meerbusch (Nordrhein-Westfalen) an einer Oberleitung, um die Bergung zweier verunglückter Züge vorzubereiten.
Nach dem Unfall in Meerbusch-Osterath wird der verunglückte Zug geborgen.
dul, dpa, Lisa Ducret

Jetzt muss geklärt werden, wer letztlich verantwortlich ist. Nach ersten Erkenntnissen soll der Fehler beim Fahrdienstleiter liegen. Er gab angeblich die Anweisung zur Weiterfahrt, obwohl das Signal auf Rot stand.

Fest steht: Der Lokführer hat durch eine Vollbremsung anscheinend Schlimmeres verhindert. Auch für sein Verhalten nach dem Aufprall erntet der Mann Lob. "Er hat natürlich auch innerhalb des Zuges beruhigend auf die Passagiere eingewirkt, als wir noch nicht in den Zug eindringen konnten", so ein Feuerwehrsprecher.