Vielversprechende Test-Methode

Medizin-Hunde sollen bald Coronavirus erschnüffeln können

27. Mai 2020 - 11:13 Uhr

Hunde sollen Covid-19 beim Menschen wittern können

In Großbritannien, Finnland und den USA werden Hunde darauf trainiert, das Coronavirus erschnüffeln zu können. Im Bestfall sollen die Medizin-Hunde in die Lage versetzt werden, bis zu 250 Personen pro Stunde auf eine Covid-19-Infektion überprüfen zu können.

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Hunde könnten eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der Pandemie spielen

Hunde können bis zu einer Million Mal besser riechen als Menschen. Im Vergleich zu den rund fünf Millionen Riechzellen in der menschlichen Nase sind Schäferhunde beispielsweise mit 220 Millionen Riechzellen ausgestattet. Beim Schnüffeln atmen Hunde pro Minute bis zu 300 Mal. Und: Sie können unterscheiden, ob sie einen Geruch stärker durch das linke oder rechte Nasenloch wahrgenehmen.

Diese Fähigkeiten der Vierbeiner machen sich Wissenschaftler bereits seit Jahren für die Erkennung verschiedener Krankheiten im menschlichen Körper zunutze. Hunde können unter anderem Diabetes, Epilepsie oder Krebs beim Menschen erkennen. Nun könnte ihr Riechtalent auch bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie nützlich werden.

"Medication Detection Dogs" will Hunde in sechs Wochen fit machen

RTL.de berichtete bereits Ende März über die Organisation "Medical Detection Dogs", deren Ziel es ist, Medizin-Hunde zu Corona-Schnüfflern auszubilden. Dafür arbeiten Wissenschaftler der London School of Health and Tropical Medicine (LSHTM) und der Universität Durham in Nordostengland zusammen, um zu prüfen, ob Hunde durch ihren starken Geruchssinn helfen können, neue Coronavirus-Infektionen zu erkennen.

Die Studie schließt sich an frühere Untersuchungen an, die die Fähigkeit von Hunden zeigten, Malaria zu erschnüffeln. Die Wissenschafler gehen davon aus, dass jede Krankheit durch einen anderen Geruch gekennzeichnet ist. Laut "Medical Detection Dogs" sollen die Hunde innerhalb von sechs Wochen fit gemacht werden, eine Erkrankung mit Covid-19 wittern zu können.

Mit Hunden bald bis zu 250 Corona-Tests pro Stunde möglich?

Ziel sei es, "eine schnelle Diagnose ohne Einführung medizinischer Geräte in den Körper zu ermöglichen und so zu versuchen, die Epidemie zu beenden". Die Forscher hoffen, dass ihre Vierbeiner so versiert in der Erkennung des Virus werden, dass jeder Hund es schafft, innerhalb einer Stunde bis zu 250 Menschen auf eine Infektion zu überprüfen.

Noch haben die Wissenschaftler jedoch ein Problem: Sie suchen nach einer Methode, wie der von Corona-Patienten ausgehende Geruch eingefangen werden kann.

Einsatz von Hunden in der Krebserkennung

Schon länger gibt es Versuche, Hunde für die Krebsdiagnose einzusetzen. So wurde Schäferhund Frankie aus den USA erfolgreich darauf trainiert, an einer Urinprobe zu schnüffeln, um Schilddrüsenkrebs zu erkennen. Seine Treffgenauigkeit ist so hoch, dass ein Bluttest fast überflüssig wird.

Immer wieder gibt es Meldungen, dass auch nicht speziell ausgebildete Hunde bei ihrem Frauchen oder Herrchen anschlagen oder sich auffällig verhalten, weil sie eine Krankheit wittern. So auch Bulldogge Junior, der an einer bestimmten Stelle des Körpers seines Herrchens Alarm schlug. Wie sich daraufhin herausstellte, befand sich an dieser Stelle ein Knoten. Diagnose: Lymphkrebs.

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