Medienforum: Forscher warnt vor Facebook

13. Februar 2016 - 17:52 Uhr

Der gesellschaftliche Konsens über die Wichtigkeit von Datenschutz ist nach Meinung des Medienrechtlers Bernd Holznagel durch den Siegeszug der sozialen Netzwerke weggebrochen. Vor allem junge Leute legten kaum noch Wert auf einen Schutz der Privatsphäre, sagte der Professor beim Medienforum NRW in Köln. Unbekümmert besprächen sie auf Facebook privateste Dinge und stellten dort kompromittierende Fotos ein. "Ich sehe das bei meinen Studenten", sagte er. "Sie begreifen das alles als rein privates Medium. Die haben gar kein Problembewusstsein dafür."

Dahinter stehe ein ausgeprägtes Selbstdarstellungsbedürfnis. "Das ist eine Generation, die sich gerne selbst darstellt - und die auch gerne quatscht. Die verquatschen einfach unheimlich viel ihrer Lebenszeit", sagte Holznagel. Der Direktor des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht in Münster kritisierte, dass Facebook das in der deutschen Gesetzgebung festgeschriebene Recht auf informationelle Selbstbestimmung ignoriere. Heute sei noch gar nicht abzusehen, für welche gewerblichen Zwecke die sozialen Netzwerke die Daten ihrer Nutzer in Zukunft noch verwenden würden.