Medienbericht: Neuer Verdächtiger im Fall Peggy

12. Mai 2014 - 11:39 Uhr

Offenbar Verdächtiger vernommen

Zwölf Jahre ist es her, dass die damals neun Jahre alte Peggy Knobloch in Lichtenberg (Oberfranken) spurlos verschwand. Nun hat die Staatsanwaltschaft Bayreuth einem Medienbericht zufolge einen neuen Verdächtigen im Visier. "Wir ermitteln gegen eine weitere Person", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel dem 'Focus'.

Medienbericht: Neuer Verdächtiger im Fall Peggy
Peggy Knobloch verschwand mit neun Jahren spurlos.
© picture-alliance/ dpa/dpaweb, Marcus Führer

Es habe sich herausgestellt, dass das Alibi eines Mannes nicht so lückenlos sei wie ursprünglich angenommen. Der Verdächtige sei bereits vernommen worden. Bei Staatsanwaltschaft und Polizei in Bayreuth war bisher niemand für eine Stellungnahme oder weitere Details zu erreichen.

Peggy war 2001 in Lichtenberg im Landkreis Hof spurlos verschwunden. Bis heute fehlt von der Schülerin jede Spur. Eine Leiche wurde nie gefunden. Dennoch wurde nach langwierigen Ermittlungen 2004 der geistig behinderte Ulvi K. als ihr Mörder verurteilt. Die Zweifel an seiner Schuld waren aber trotz des rechtskräftigen Urteils nie verstummt. Im April 2013 reichte sein Anwalt einen Wiederaufnahmeantrag ein. Am vergangenen Montag ordnete das Landgericht Bayreuth schließlich an, das Verfahren müsse neu aufgerollt werden.

Ermittlungen 2012 wieder aufgenommen

Die Staatsanwaltschaft Bayreuth lässt bereits seit 2012 selbst wieder in dem Fall ermitteln. So gab es im April 2013 eine große Suchaktion in Lichtenberg, die aber keine neuen Erkenntnisse brachte.

Ins Visier von Kripo und Staatsanwaltschaft geriet bereits ein 29-jähriger Mann aus Halle in Sachsen-Anhalt, der zum Zeitpunkt von Peggys Verschwinden ein enger Freund der Familie war. Er gilt inzwischen als Tatverdächtiger, auch sein Elternhaus ist mittlerweile durchsucht worden. Der Mann sitzt wegen des sexuellen Missbrauchs eines Kindes derzeit in Haft.