Mindestens 14 Elektromärkte sollen schließen

Media Markt und Saturn streichen 3500 Stellen

Ceconomy - Media Markt und Saturn
© dpa, Armin Weigel, awe sja kno wst

14. August 2020 - 10:33 Uhr

Arbeitsplätze sollen in den kommenden zwei bis drei Jahren wegfallen

Bei den kriselnden Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn sollen rund 3500 der rund 45.000 Vollzeitstellen wegfallen. Die Arbeitsplätze würden in den kommenden zwei bis drei Jahren vor allem im europäischen Ausland gestrichen, teilte der Mehrheitseigner der beiden Ketten, die Holding Ceconomy, nach einer Sitzung des Aufsichtsrats in Düsseldorf mit.

Mehrheitseigner Ceconomy organisiert Märkte von Media Markt und Saturn neu

Die Ketten sollen damit effizienter arbeiten. Zudem hatte die Gruppe entschieden, 14 defizitäre Märkte zu schließen. Weitere könnten folgen: Die Zahl der Märkte in Europa könne sich nochmals leicht verringern, hieß es. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Pläne bereits scharf kritisiert: "Kürzungen und Personalabbau sind Zeugnis von Managmentversagen und haben noch nie Unternehmen gerettet", hatte ihr Bundesfachgruppenleiter Handel, Orhan Akman, gesagt.

Ceconomy war durch den hohen Wettbewerbsdruck von Online-Händlern wie Amazon schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie in die Krise geschlittert und hatte Stellen gestrichen, die Corona-Folgen hatten die Probleme aber noch verschärft. Die Holding hatte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 wegen der behördlich verordneten Schließung von Märkten und hohen Abschreibungen auf die französische Beteiligung Fnac Darty einen Verlust von 309 Millionen Euro verzeichnet. Im Mai und Juni habe es aber Umsatzwachstum gegeben.

Im Mittelpunkt der Neuorganisation stünden über alle Länder hinweg einheitliche Führungsstrukturen und standardisierte Prozesse und Abläufe, teilte der SDax-Konzern mit. Ceconomy wurde bislang sehr dezentral geführt. Die Neuerungen gelten für die Verwaltungsfunktionen in den Landesgesellschaften ebenso wie für die Organisation der Märkte, hieß es. Dadurch verspricht sich das Management eine höhere Effizienz und niedrigere Kosten. Auch in den Märkten werde MediaMarktSaturn die Führungsstrukturen europaweit harmonisieren. In jedem der derzeit rund 1000 Läden soll eine Standardorganisation eingeführt werden.

Mit dem Umbau erwartet Ceconomy Einsparungen von knapp über 100 Millionen Euro pro Jahr, deren Löwenanteil ab dem Geschäftsjahr 2022/23 wirksam werden soll. Zunächst aber kostet der Stellenabbau Geld: Die Kosten für die Umsetzung der Pläne beliefen sich voraussichtlich auf insgesamt etwa 180 Millionen Euro, wovon ein signifikanter Teil noch im laufenden Geschäftsjahr 2019/20 erwartet werde. Der Minderheitseigner von MediaMarktSaturn, die Familie Kellerhals, unterstütze die Entscheidung für den Umbau, hieß es weiter. Mit ihr hatte es in der Vergangenheit immer wieder Differenzen in strategischen Fragen gegeben.

Quelle: RTL.de/ DPA / Reuters