Vorstoß in Mecklenburg-Vorpommern

Ist bald Schluss mit der Maskenpflicht?

05. Juli 2020 - 17:15 Uhr

Maskenpflicht-Ende: Andere Bundesländer wollen nachziehen

Die sogenannte Alltagsmaske ist mittlerweile fester Bestandteil unseres öffentlichen Lebens geworden. Vor allem beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln soll durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzen eine Corona-Ausbreitung verhindert werden. Doch offenbar soll damit zumindest beim Einkaufen bald Schluss sein. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat eine Abschaffung der Maske im Handel ins Gespräch gebracht. Und andere Bundesländer planen in die gleiche Richtung.

Im Video erklärt Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor des Hygienezentrums Bioscientia, was man beim Tragen eines Mundschutzes beachten muss.

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Abstandsregel bleibt

"Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten", erklärt Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe gegenüber der "Welt am Sonntag". Er gehe davon aus, dass das Kabinett in Schwerin am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen werde. "Ich kann die Ungeduld des Handels sehr gut nachvollziehen, die Maskenpflicht abzuschaffen". Die Abstandsregel werde aber grundsätzlich bleiben.

Bundesweites Ende der Maskenpflicht?

Glawe kündigt auch Gespräche mit seinen Kollegen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. "Wir versuchen, für alle norddeutschen Bundesländer eine einheitliche Regelung hinzubekommen. Noch lieber wäre mir ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im Handel", so der Wirtschaftsminister.

Und er bekommt Rückendeckung von Kollegen. Laut der Welt am Sonntag prüfen derzeit auch andere Bundesländer die Abschaffung der Maskenpflicht in Geschäften. "Wir schauen uns gerade an, ob wir beim Einkaufen auf die Maskenpflicht verzichten können", sagte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping der Zeitung. In Niedersachsen plädiert Wirtschaftsminister Bernd Althusmann ebenfalls dafür, die Pflicht in eine Empfehlung umzuwandeln. "Die Maskenpflicht signalisiert eine Gefahr, die es angesichts der regelmäßigen Abstände in großen Teilen des Einzelhandels nicht gibt", so der Wirtschaftsminister.

Ist das Tragen einer Maske jetzt doch sinnlos?

Aber wie wichtig ist denn das Tragen einer Maske tatsächlich vor das Infektionsgeschehen? Erst kürzlich hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihren Standpunkt zum Tragen von Gesichtsmasken in der Corona-Krise geändert. Zur Eindämmung von Infektionen empfehle man nun ihre Nutzung in überfüllten öffentlichen Einrichtungen, so die WHO. Allerdings warnte die UN-Organisation auch, dass Masken das Erkrankungsrisiko erhöhen könnten, wenn Menschen diese mit schmutzigen Händen berührten und so kontaminierten. Zudem könnten Masken auch ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln.

Auch das Robert Koch-Institut (RKI) weist darauf hin, dass eine Atemschutzmaske keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus garantieren kann. Lediglich das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann verringert werden. Einen selbst schützen Atemschutzmasken dagegen kaum.

Die empfohlenen Schutzmaßnahmen - gute Händehygiene, einhalten von Husten- und Niesregeln sowie Abstand zu halten - seien am effektivsten und sollten daher unbedingt weiter eingehalten werden.

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