MDR: Wendt verteidigt Ermittlungen in Stuttgart

Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). Foto: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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13. Juli 2020 - 14:21 Uhr

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat umstrittene Ermittlungsmethoden der Polizei in Stuttgart verteidigt. Diese seien polizeilicher Standard, sagte er dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) am Montag. Die Polizei hatte am Sonntag bestätigt, dass sie nach der Stuttgarter Krawallnacht bei ihren Ermittlungen in Einzelfällen bei Standesämtern nachforscht, welche Nationalität die Eltern von Tatverdächtigen haben. In elf Fällen sei der Migrationshintergrund von Verdächtigen bei Standesämtern abgefragt worden, bestätigte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Das Vorgehen der Polizei hatte bundesweit heftige Kritik ausgelöst. "Für Jugendgerichte sind die persönlichen Lebensumstände eines Tatverdächtigen ganz besonders wichtig, beispielsweise wenn Auflagen erteilt werden sollen", sagte Wendt dem MDR. Auch bei Jugendlichen mit deutschen Namen würden die Lebensumstände untersucht, um der Staatsanwaltschaft die Gesamtpersönlichkeit des Beschuldigten darzustellen. Im Vordergrund stünde Prävention, nicht Bestrafung.

In Stuttgart war es in der Nacht zum 21. Juni zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Randalierer hatten Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert. Nach Angaben der Polizei waren 400 bis 500 Menschen beteiligt oder hatten zugeschaut. 32 Polizisten wurden verletzt.

Quelle: DPA