Corona verzögert McLaren-Zeitplan

Andreas Seidl: Arbeit mit Mercedes-Antrieb „eingefroren“

Formel 1 - McLaren-Teamchef Seidl
© dpa, Sebastian Gollnow, scg cul

17. April 2020 - 21:40 Uhr

Doppelte Einschränkung für McLaren

Bei den Formel-1-Teams herrscht derzeit die vorgezogene "Sommerpause" - für 35 Tage muss die Arbeit in den Fabriken ruhen. Eine unumgängliche Maßnahme während der Corona-Krise, um im Sommer Platz zu schaffen für Nachhol-Rennen. Für McLaren ist es dennoch eine doppelt Bremse: Das Team aus Woking steckte nicht nur in der Weiterentwicklung des Wagens für 2020, auch an der Integration des neuen Mercedes-Motors ab 2021 wurde bereits getüftelt, wie Teamchef Andreas Seidl verrät. Beides sei nun "eingefroren".

Planänderung bei McLaren

"Aktuell befinden wir uns sowohl auf Team- als auch auf Mercedes-Seite bei der Power-Unit im Shutdown und dürfen keine Aktivitäten betreiben", so Seidl im Gespräch mit "motorsport-total.com". "Sobald wir wieder am Start sind, geht es weiter unter den angepassten Voraussetzungen."

Eigentlich sollte der Motoren-Wechsel mit der Einführung des neuen Reglements verbunden werden - doch die Regeländerung gibt es nun erst 2022. McLaren fährt 2021 dennoch mit deutschem Antrieb. Für die Crew führt die Corona-Krise deshalb zu einer Umstellung. "Natürlich gibt es eine Planänderung", erklärt Seidl.

Einschränkungen für McLaren: „Müssen an das große Gesamtbild denken“

McLaren hat vom Motorsport-Weltverband, der FIA, eine Ausnahmegenehmigung bekommen, den Mercedes-Antrieb probeweise in das aktuelle Auto einbauen zu dürfen. "Das war uns wichtig. Wir haben hier Verträge mit Mercedes. Und der Grund, warum wir zu Mercedes wechseln wollen, hat sich ja nicht geändert durch diese Krise."

Das alles passiert natürlich unter strenger Kontrolle der FIA. "Es ist klar, dass wir am Fahrzeug wirklich nur anfassen dürfen, was absolut notwendig ist, um den Mercedes-Powertrain zu integrieren", sagt der Teamchef. Seidl weiß aber auch, dass es durch die Corona-Situation weitere "Einschränkungen" geben könnte - das sei aufgrund der Krise auch in Ordnung so: "Wir müssen an das große Gesamtbild denken."

Auch wenn die Formel 1 weiterhin pausiert - virtuell wird gefahren. Den Virtual GP China mit Charles Leclerc, Lando Norris und Carlos Sainz zeigt RTL.de am Sonntag ab 19 Uhr live!