Budgetobergrenze besiegelt

Zak Brown: "Die Formel 1 gewinnt heute"

McLaren Appoint Former Porsche WEC LMP1 Boss Andreas Seidl As New Managing Director Of Its F1 Team - Le Mans 24 Hour Race - Qualifying
© Getty Images, Bongarts

28. Mai 2020 - 18:15 Uhr

McLaren-Boss sieht Entscheidung positiv

Die Kostendeckelung für die Formel 1 ist seit Mittwochabend fix. Die kleineren Teams hoffen auf einen Rettungsanker in der Corona-Krise.

"Ein entscheidender Moment für unseren Sport"

Die drastischen Budgetobergrenzen sollen das Ungleichgewicht  der Rennserie verringern. Besonders Teams wie McLaren oder Renault merken die Auswirkungen der Krise erheblich. So verwundert es auch nicht, dass der britische Rennstall die neue Regelung mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen hat. "Die Formel 1 gewinnt heute. Es ist ein entscheidender Moment für unseren Sport. Die Formel 1 ist seit einiger Zeit finanziell nicht mehr tragbar", sagte McLaren-Vorstand Zak Brown.

Etwas weniger euphorisch war da schon der deutsche Teamchef Andreas Seidl. "Es liegt eine große Herausforderung vor uns", sagte Seidl: "Unsere Arbeitsweise und das ganze Team in den kommenden Monaten an die neue Obergrenze anzupassen, ist eine gewaltige und schmerzhafte Aufgabe." Anpassen - das heißt: "Wir werden leider Teammitglieder verlieren. Aber unser Ziel ist es, mit einer idealen Größe das effizienteste Team zu werden." Im Zuge der Entlassung von 1.200 Mitarbeitern bei der gesamten McLaren-Autosparte verlieren, wie am Montag bekannt wurde, nun schon 70 von 800 Mitarbeitern des F1-Teams ihre Jobs.

Obergrenze startet mit 145 Millionen US-Dollar

Der Kostendeckel liegt schon ab dem kommenden Jahr bei 145 Millionen US-Dollar (133 Millionen Euro) - 30 Millionen weniger, als noch vor Corona geplant. In den folgenden Jahren geht es schrittweise auf 135 Millionen Dollar runter.

Nur drei Teams lagen 2019 unter jenen 145 Millionen Dollar: Williams (132), Toro Rosso (jetzt Alpha Tauri/138) und Alfa Romeo (141). Zum Vergleich: Die Branchenführer Mercedes (484 Millionen Dollar), Ferrari (463), und Red Bull (445) sind weit enteilt.

Neben dem Kostendeckel sollen weitere Maßnahmen mehr Spannung in der Königsklasse des Motorsports erzeugen. Schwächere Teams dürfte künftig verhältnismäßig mehr Zeit zur Entwicklung der Aerodynamik eingeräumt werden, zudem sollen Einheitsteile zur Kostensenkung beitragen.