Werk bis Mitte April geschlossen

McLaren-Boss Zak Brown: „Nichts ist so wichtig wie Gesundheit“

F1 Winter Testing in Barcelona - Day One
© Getty Images, Bongarts

25. März 2020 - 10:42 Uhr

McLaren unterstützt F1-Entscheidungen

Durch die vorgezogene "Sommerpause" hat sich McLaren dazu entschlossen, ab sofort das Werk in Woking zu schließen. Bis zum 14. April wird hier die Arbeit ruhen. Das Team unterstützt die Entscheidung, den Sommer für mögliche Nachholtermine von Rennwochenenden zu öffnen - und die neuen technischen Regeln erst 2022 einzuführen. Alles im Sinne des Sports, wie McLaren-Boss Zak Brown und Teamchef Andreas Seidl im Teaminterview erklären.

Nach Quarantäne: McLaren-Mitglieder kommen zurück aus Melbourne

Nachdem das McLaren-Team schon vor der Absage des Australien-GP seinen Start in Melbourne zurückgezogen hatte, weil ein Teammitglied positiv auf Corona getestet wurde, gibt es nun positive Nachrichten aus Melbourne: "Die Ergebnisse aller Teammitglieder, die vorsorglich getestet wurden, waren negativ", berichtet Seidl.

Endlich kann auch der in Australien verbliebene Rest der Crew die Rückreise antreten. "Die Person, die positiv getestet wurde, fühlt sich nun auch wieder besser und wir freuen uns darauf, noch diese Woche alle wieder zurück in England willkommen zu heißen", kündigte der Teamchef an.

Rückblickend weiß aber nicht nur Seidl, dass die getroffenen Entscheidungen rund um die Absage des Saisonstarts richtig waren: "Letzten Endes ist nichts so wichtig wie die Gesundheit des Teams, der Fans und der gesamten F1-Community", betont auch Brown.

Werk ab sofort geschlossen

In Folge der vorgezogenen "Sommerpause" ruht ab sofort die Arbeit an den Autos von Carlos Sainz und Lando Norris. 21 Tage bleibt das Werk in Woking geschlossen - wie es die Regeln wollen. "Vergangene Woche haben wir uns mit der Formel 1, der FIA und den anderen Teams darauf geeinigt, die 'Sommerpause' zu verlängern und in den März und April zu ziehen. Wir reagieren so schnell wie möglich auf die sich verändernde Situation und die Ratschläge der englischen Regierung", erklärt Seidl. 

Im Rahmen dieser Entscheidung sind bei allen Verantwortlichen aber auch schon weitere Vorschläge im Sinne der Zukunft der F1 zur Sprache gekommen, wie Brown berichtet: "Gemeinsam (…) haben wir einige Ideen vorgeschlagen, die helfen können, unseren Sport, den wir alle so lieben, zu schützen, während wir gleichzeitig auch unser Team, die Fans und die F1-Community schützen. Wir haben eine große Verantwortung, nicht nur unseren Mitarbeitern sondern auch der gesamten F1-Community gegenüber." 

Wie genau weitere Konsequenzen der Corona-Pandemie für die F1 aussehen könnten, lässt der McLaren-CEO aber offen.

Seidl: „Wir alle wollen Rennen fahren“

Fakt ist aber schon einmal: Die neuen technischen Regeln werden nicht 2021 sondern erst 2022 eingeführt. "Wir waren einer der großen Unterstützer der neuen technischen Regeln für 2021. Sie geben uns die Chance, eine neue, aufregende F1-Ära hervorzubringen", erinnert Seidl, betont aber auch, dass McLaren die Änderung voll unterstützt. "Nichtsdestotrotz können wir uns dem schweren Druck nicht entziehen, der derzeit auf dem Sport liegt. Die Einführung der neuen Regeln war auch dazu gedacht, die allgemeine Situation der Formel 1 langfristig zu verbessern. Die Entscheidung, die Einführung zu verschieben, hat nun das gleiche Ziel."

Dass sich aber natürlich die gesamte McLaren-Crew wünscht, dass die Königsklasse so schnell wie möglich wieder an die Rennstrecke zurückkehren kann - egal mit welchen Autos - daran lässt der Teamchef keinen Zweifel: "Wir alle wollen wieder Rennen fahren und wir tragen unsere Leidenschaft dafür immer mit uns, egal welche Arbeitsbedingungen wir haben. Der Einsatz hört nicht auf, wir gehen nur sicher, dass wir alle auf eine sichere Art und Weise arbeiten."

Zu Corona-Zeiten ein unerlässlicher Vorsatz.

In unserem Corona-Live-Ticker Sport halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.