Neue Zahlen des Wirtschafts-Beratungsunternehmens McKinsey

Killt Corona unsere Jobs? Arbeitslosigkeit in Europa könnte sich verdoppeln

Müssen wir Angst vor der Kündigung in der Corona-Krise haben?
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20. April 2020 - 14:51 Uhr

Stillstand führt Unternehmen in die Krise

Je länger Geschäfte, Produktionen und Dienstleistungen durch die Beschränkungen durch die Corona-Pandemie stillstehen, desto größer werden die Folgen für die Unternehmen und damit auch für die Angestellten. Allein in Europa erwartet das Wirtschafts-Beratungsunternehmen McKinsey eine Verdopplung der Arbeitslosigkeit.

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Arbeitsalltag durch Pandemie bereits verändert

Die Corona-Pandemie hat längst im deutschen Arbeitsalltag Einzug gehalten. Viele schlagen sich derzeit zu Hause mit der Arbeit und der Technik rum. Andere haben gar nicht erst die Chance, von zu Hause zu arbeiten, weil etwa Verkauf oder die Dienstleistung nicht von zu Hause möglich ist. Stattdessen müssen Angestellte in Kurzarbeit. Vielen stellen sich die Frage, wie geht es weiter und wie lange kann das Unternehmen den Stillstand aushalten?


Insolvenzen und damit Jobverluste befürchtet

Viele versuchen, darauf Antworten zu geben. Kürzlich hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag bereits an einer Umfrage abzuschätzen versucht, wie viele Unternehmen in der Insolvenz landen. Das Ergebnis: jedes fünfte Unternehmen. Was das für Mitarbeiter bedeutet, hat McKinsey nun geschätzt. Das Beratungsunternehmen berichtet, dass sich in Europa die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten fast verdoppeln könnte. 59 Millionen Arbeitsplätze laufen Gefahr, durch dauerhafte Einbußen wie Lohn- und Arbeitsstundenkürzungen wegzufallen. Und im schlimmsten Fall mache sich eine Erholung erst 2024 bemerkbar.

Branchen im Kundenservice, Gastronomie und Baugewerbe stark betroffen

Auch in Deutschland wird die Arbeitslosenquote laut Wirtschaftsweisen hochschnellen
Auch in Deutschland wird die Arbeitslosenquote laut Wirtschaftsweisen hochschnellen
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Und in Deutschland? Laut Prognose der Wirtschaftsweisen werde die Arbeitslosenquote in diesem Jahr in der Spitze hierzulande auf 5,9 Prozent und die Zahl der Kurzarbeiter auf 2,4 Millionen hochschnellen.


Betroffen seien laut McKinsey vor allem die Arbeitsplätze im Kundenservice und Vertrieb, Gastronomie und im Baugewerbe. Sie machen laut Bericht die Hälfte aller gefährdeten Arbeitsplätze aus. In Europas Großhandels- und Einzelhandelssektor könnten 14,6 Millionen Arbeitsplätze bedroht sein, 8,4 Millionen Arbeitsplätze im Hotelgewerbe und in der Gastronomie sowie 1,7 Millionen in der Kunst- und Unterhaltungsbranche.

Was kommt nach dem Kurzarbeitergeld?

Viele Jobs in Europa werden derzeit vorübergehend über das Kurzarbeitergeld gesichert. Gibt es für Unternehmen derzeit in der Corona-Krise zu wenig zu tun gibt, können sie Kurzarbeit anmelden. Die Firma darf damit den Arbeitnehmern trotz bestehender Arbeitsverträge die Arbeitszeit kürzen. Der Staat spring für einen Teil des Gehalts ein. Dadurch muss das Unternehmen nur noch einen Teil der Arbeitszeit bezahlen. Dadurch spart es Geld - und muss den Angestellten nicht kündigen. Derzeit können Firmen für insgesamt zwölf Monate am Stück Kurzarbeit anmelden. Doch was kommt danach? Soweit geht die Politik in ihren Überlegungen bislang noch nicht.


Diskussion um mehr Kurzarbeitergeld

Derzeit debattiert sie noch darüber, ob es mehr Kurzarbeitergeld geben soll. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sind dafür. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) lehnte dagegen eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes ab. Das Argument dagegen: Es soll für Unternehmen auch nicht attraktiv werden, Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken, wenn es nicht notwendig ist.

Alles, was Sie als Arbeitnehmer zum Thema Kurzarbeitergeld jetzt wissen müssen, erfahren Sie hier.

NEUE FOLGE: RTL.de-Doku "Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus: Wie besiegen wir Corona?"

Im zweiten Teil der RTL.de-Doku "Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus" stellen wir die Frage: Wie besiegen wir Corona? Dafür gleichen die Autoren die verschiedenen Maßnahmen einzelner Länder rund um den Globus mit den aktuellen Empfehlungen von Forschern ab.