Spender in der Türkei macht es möglich

Maya humpelte auf selbstgebauten Prothesen durch den Dreck - jetzt läuft sie auf echten künstlichen Beinen!

11. Dezember 2018 - 19:10 Uhr

Wegen eines Gendefekts kam Maya ohne Beine zur Welt

Maya Merhi erlebt in diesen Tagen ihre ganz persönliche Weihnachtsgeschichte. Plötzlich hat sich ihr ganzes Leben zum Besseren gewendet. Das kleine Mädchen leidet an einem Gendefekt, kam ohne Beine auf die Welt - wie ihr Vater. Die beiden leben in einem syrischen Flüchtlingslager. Damit sie sich überhaupt fortbewegen kann, bastelt ihr Vater aus alten Dosen und Schläuchen Behelfsprothesen. Die Bilder der Achtjährigen gehen um die Welt, rufen Helfer auf den Plan. Sie bekommt in der Türkei künstliche Beine, bezahlt von einem Spender.

Fotos der kleinen Syrerin gehen viral - Helfer in der Türkei werden aktiv

Maya Merhi
Maya im Dezember 2018 und im Sommer - damals noch auf Prothesen aus Blech, die ihr Vater behelfsmäßig zusammengebaut hatte.

Auch ihr Vater bekommt richtige Prothesen. Die beiden sind so glücklich, wie Menschen in einem Flüchtlingslager sein können.

Noch vor wenigen Monaten kroch Maya buchstäblich durch den Dreck, denn das kleine Mädchen hat keine Beine. Sie kam so zur Welt, als Folge eines Gendefekts. Um ihr das Leben etwas erträglicher zu machen, improvisierte ihr Vater und bastelte kleine Gehhilfen aus alten Dosen und Schläuchen, die er im Lager Serdschilla fand. So konnte sie sich zumindest im kleinen Rahmen fortbewegen, das Zelt der Familie verlassen.

Bilder des Kindes mit den selbstgebastelten Prothesen aus Abfall gingen im Sommer viral und rührten viele Menschen. Auch der Türkische Rote Halbmond (vergleichbar mit dem Deutschen Roten Kreuz, beide Hilfsorganisationen gehören der internationaler Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften IFRC an).

Kleines Glück inmitten großen Elends

Kindern im syrischen Flüchtlingslager Serdschilla.
Maya spielt mit anderen Kindern im Lager Serdschilla.

Der Rote Halbmond lud das Mädchen und seinen Vater nach Istanbul ein, beide sollten echte, maßgefertigte Prothesen bekommen. Ein Spender übernahm die Kosten - ein Arzt, der ein Video von Maya im Internet gesehen hatte.

Nach fünf Monaten kehrt sie zurück in das Lager. Sie geht mit ruckartigen Schritten auf ihren künstlichen Beinen durch die staubigen Gassen, aber sie geht. Kinder fassen sich an den Händen, wollen tanzen. Maya reiht sich ein, um mitzumachen - Bilder, die zu Tränen rühren.

Auch Vater Mohammed Merhi ist glücklich. "Ich habe mich so gefreut, sie laufen zu sehen". sagt er. Er selbst hat mit seinen Prothesen noch mehr Mühe als sein tapferes Kind.

Sie hat in kurzer Zeit schon richtig gut laufen gelernt, kommt sogar schon ohne Krücken klar. Es ist ein kleines Glück für ein Mädchen, das weiter in großem Elend leben muss. In einem Lager, weil sie und ihre Familie durch den Krieg in Syrien aus ihrer Heimat in der Provinz Aleppo vertrieben wurden. Wie schön, dass Mayas Leben jetzt wenigstens ein bisschen besser geworden ist!