Mauerstücke an der East Side Gallery heimlich entfernt

27. März 2013 - 13:31 Uhr

Polizei mit 250 Beamten im Einsatz

An der weltbekannten East Side Gallery in Berlin hat der Investor eines geplanten Hochhauses heute Morgen heimlich mit der umstrittenen Entfernung eines Teilstücks der Mauer begonnen.

East Side Gallery, Berliner Mauer, Mauerstücke, Abriss
In den Morgenstunden rückten die Bagger an: Unter starkem Polizeischutz wurden an der weltbekannten East Side Gallery Mauerstücke entfernt.
© dpa, Britta Pedersen

Kurz nach fünf Uhr hatte ein Bagger begonnen, vier bemalte Betonsegmente herauszutrennen. Eine bereits Anfang März gerissene Lücke wurde damit auf etwa sechs Meter vergrößert. An dem Durchbruch soll ein Tor für eine geplante Baustellen-Zufahrt eingebaut werden. 250 Polizisten waren sicherheitshalber im Einsatz. Es waren aber zunächst nur wenige Demonstranten an der bemalten Mauer.

Der Streit um das Mauerstück begann Anfang März. Der Investor will auf dem früheren Todesstreifen ein Hochhaus mit Wohnungen errichten. Das Heraustrennen eines ersten Segments für das Bauprojekt hatte massive Proteste ausgelöst. Tausende Menschen demonstrierten, auch Sänger David Hasselhoff kam extra nach Berlin. Daraufhin wurden die Arbeiten zunächst gestoppt.

Investor: Mauerteile werden wieder eingesetzt

Es gab unter anderem ein Treffen beim Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), jedoch ohne konkretes Ergebnis. Der Senat kritisiert nun die neuen Abrissarbeiten. Senatssprecher Richard Meng sagte, offenbar habe der Investor vor den weiteren Gesprächen Fakten schaffen wollen. Dies sei kein Zeichen für Kooperationsbereitschaft.

Der Investor kündigte nun aber an, die herausgetrennten Mauerteile später wieder einzusetzen. Die "temporäre Mauerversetzung" sei aber notwendig geworden, weil in Gesprächen mit dem Senat, Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und den Investoren des Nachbargrundstücks auch nach vier Wochen keine Alternative gefunden worden sei, teilte Living Bauhaus mit.

Künstler aus aller Welt hatten den 1,3 Kilometer langen Wall nach dem Mauerfall bemalt. Die Mauer-Galerie, ein Magnet für Touristen aus aller Welt, war bereits früher an einigen Stellen durchbrochen worden.