Maßnahmen gegen den Klimawandel – so sparen Sie CO2 ein

19. November 2014 - 19:21 Uhr

Bahn statt Flieger, Fahrrad statt Auto, kein Fleisch

Mit Zombie-Attacken und einer peinlichen Sex-Szene will das Bundesumweltministerium junge Deutsche für den Klimaschutz gewinnen. Die Reaktionen auf die schrillen Video-Clips, die seit einigen Tagen im Internet zu finden sind, fallen gemischt aus. Vor allem ein Video, in dem eine Tochter ihre Eltern beim Sex im Wohnzimmer überrascht - hier ist der Slogan "Licht aus - Manche Dinge will man nicht sehen" - erhält große Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken.

Einfache Tipps für den Klimaschutz.
Jeder Einzelne kann etwas gegen den Klimawandel tun.
© dpa, Alexander Rüsche

Die Möglichkeiten des einzelnen Bürgers sind zwar begrenzt, doch es gibt natürlich Lebenseinstellungen, die weniger klimaschädlich sind als andere. Was also können wir tun, um etwas CO2 einzusparen?

Fleischverzicht: Wenn die Deutschen nur einmal in der Woche Fleisch essen, können neun Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr eingespart werden. Und gesundheitliche Bedenken gibt es dabei keine. Der sprichwörtliche 'Sonntagsbraten' ist also umweltfreundlich und gesund.

Verkehr: Auch wenn der Flugverkehr nur zwei Prozent der globalen CO2-Emissionen ausmacht, schadet Fliegen der Umwelt. Ein Vergleich: Wer einmal aus Deutschland nach Teneriffa und zurück fliegt, belastet die Umwelt genauso wie jemand, der ein Jahr einen Kleinwagen fährt. Oder, noch drastischer: Wer einmal in die Karibik und zurück reist, setzt so viel CO2 frei, wie 80 Menschen in Tansania im Jahr. (Quelle: Germanwatch). Gegenüber dem Auto und der Bahn ist das Flugzeug am klimaschädlichsten. Wer also auf einen Flug verzichtet, spart CO2. Vor allem im inneuropäischen und vor allem im innerdeutschen Verkehr ist die Bahn eine Alternative.

Natürlich raten Experten auch dazu, auf Kurzstrecken mit dem Auto zu verzichten. Besonders im Stadtverkehr ist der Verbrauch hoch, besonders wenn der Motor noch nicht auf Betriebstemperatur läuft, ist der CO2-Ausstoß hoch. Hier kann, wer das Auto stehen lässt und das Fahrrad nutzt, jeder CO2 einsparen und dabei den Geldbeutel schonen und die eigene Gesundheit fördern.

Lokal kaufen – die Wohnung energieeffizient gestalten

Ganz wichtig: Lokale Produkte zu konsumieren schützt das Klima. Denn etwa 90 Prozent des Welthandels werden über Schiffe abgewickelt und die sind ein ziemlicher Klimakiller. Der Schiffsverkehr trägt in etwa in gleichen Teilen zur weltweiten CO2-Emission bei wie der Flugverkehr. Beim Schwefeldioxid- und Stickoxid-Ausstoß sind Schiffe sogar weit schlimmere Klimakiller als Flugzeuge. Kaufen Sie also lokal, dann fahren weniger Schiffe um die Welt.

Stichwort Wald: In einem Jahr werden weltweit 9,5 Millionen Hektar Wald gerodet werden. Das entspricht 18 Fußballfeldern pro Minute (Quelle: FAO Wald). An der Spitze der Abholzung liegt Südamerika. Und hier kommen wir wieder zum Fleischkonsum: Denn große Teile der Wälder vor allem in Brasilien, Argentinien und Kolumbien werden zu Weideland für unseren Fleischkonsum.

Weitere Wälder werden gerodet, um Zuckerrohr, Mais und andere Lebensmittel für Bio-Sprit anzubauen. Weltweit werden jährlich 74 Milliarden Liter Bio-Ethanol hergestellt. Die Nutzung für Fahrzeuge ist mindestens umstritten. E10 tanken ist also nicht unbedingt im Sinne der Umwelt, schon gar nicht im Sinne der Ernährungssituation auf dieser Welt.

Energie: Hier liegt großes Sparpotenzial. Denn Kraftwerke und industrielle Prozesse machen etwa ein Drittel der weltweiten Treibhausgas-Emission aus. Und auch hier kann der Einzelne wirken. Im Wechsel zum Ökostrom liegt hier der Schlüssel. Allein Kraftwerke sind für mehr als ein Fünftel aller CO2-Emissionen verantwortlich. Wer seinen Strom also aus Wasserkraft oder Solarenergie bezieht, punktet im Kampf gegen den Treibhauseffekt. Und: Neue Heizungen sind wesentlich energieeffizienter als alte.

Im Haushalt liegt generell ein großes Sparpotenzial. Wer weniger heizt, nicht so heiß wäscht und auf einen Wäschetrockner verzichtet, spart Emissionen und Geld. Eine gute Wärmeisolierung kann sogar 50 Prozent der Kosten und Emissionen einsparen. Außerdem: Standby-Modus abschalten, duschen statt baden und richtig lüften.

Jeder kann etwas tun und die Maßnahmen eines Einzelnen dürfen nicht unterschätzt werden, auch wenn natürlich die Politik die Rahmenbedingungen schaffen muss. Hier gilt es, in erster Linie, die Energiewende voran zu treiben. Denn vorher sind beispielsweise Elektroautos auch nicht wirklich umweltfreundlich, sondern erst wenn die dazu benötigte Energie erneuerbar ist.