177 Infizierte wegen einer Feier mit 55 Gästen

Massen-Corona-Ausbruch: Sieben Tote nach Hochzeit in Maine

Hochzeit in den USA wird zum Superspreading-Event. (Foto: Motivbild)
Hochzeit in den USA wird zum Superspreading-Event. (Foto: Motivbild)
© dpa, Rolf Vennenbernd, ve tba alf

19. November 2020 - 13:20 Uhr

Hochzeit löst Massenansteckung mit Corona aus

Es sollte einer der schönsten Tage ihres Lebens werden – für ein Paar aus dem US-Bundesstaat Maine verwandelte sich die Hochzeitsfeier aber in einen regelrechten Albtraum. Laut einer Untersuchung der US-Seuchenbehörde CDC ist die Feier verantwortlich für einen Massen-Corona-Ausbruch in der Region. 177 Menschen infizierten sich mit dem Virus, sieben starben daran. Und das, obwohl nur 55 Gäste anwesend waren.

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Im Ort gab es vorher keinen bestätigten Corona-Fall

Laut CDC gab es unter den Hochzeitsgästen nach dem Fest 30 Corona-Fälle. In der Gemeinde infizierten sich weitere 27 Menschen, von denen einer starb. Außerdem wurde das Virus noch in ein Pflegeheim und ein Gefängnis eingeschleppt. Im Pflegeheim gab es 38 Corona-Fälle und sechs Tote, im Gefängnis wurden 82 Menschen positiv getestet.

Die Feier fand am 7. August in einer ländlichen Gegend des Bundesstaates Maine statt. In dem 4.500-Einwohner-Ort habe es zuvor keinen bestätigten Covid-19-Fall gegeben, so die Seuchenschutzbehörde. Die Braut, der Bräutigam und dessen Familie seien aus Kalifornien angereist, hätten aber einen negativen Corona-Test vorlegen können.

Gast aus Main soll Virus unwissentlich mit zur Hochzeit gebracht haben

Die Behörde rekonstruierte, dass der Patient, von dem die Massenansteckung ausgegangen sein muss, ein Gast aus Maine war, der am Tag nach der Hochzeit plötzlich typische Symptome bei sich bemerkte. Am 13. August habe ein Test bestätigt, dass er mit Corona infiziert war.

Wie sich herausstellte, fand die Hochzeit größtenteils in geschlossenen Räumen statt. In Maine galt zu dem Zeitpunkt eine Obergrenze von 50 Personen für Indoor-Veranstaltungen. Die Hochzeit lag damit nur leicht darüber. Trotzdem reichte selbst diese Anzahl von Gästen aus, das Virus weit zu verbreiten.

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Selbst mit wenigen Gästen kann sich das Virus gefährlich schnell ausbreiten

Einige Patienten seien trotz Corona-Symptomen weiter arbeiten gegangen, sodass das Virus unter anderem in einem Gefängnis, aber auch im Lehrerkollegium einer Schule ausbreiten konnte.

Die Seuchenschutzbehörde wies in ihrer Studie darum noch einmal auf die Gefahr selbst kleinerer Treffen in geschlossenen Räumen hin. Gerade dort könnte sich eine Feier schnell zum "Superspreading-Event" entwickeln. Der beste Weg, Ansteckungen zu vermeiden, sei es, Menschenansammlungen zu vermeiden, Abstand zu anderen zu halten und Masken zu tragen. Vor allem Menschen, die Krankheitssymptome an sich feststellen würden, sollten unbedingt zuhause bleiben.

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