Massa, Schumi, BMW und FOTA – die Formel 1 macht Schlagzeilen

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17. September 2015 - 14:15 Uhr

Zitterpartie hat ein Ende

Im Jahr vor dem 60-jährigen Formel 1-Jubiläum halten Fans die Luft an. Acht große Rennställe der FOTA (Formula One Teams Association), darunter Brawn GP, Ferrari und Red Bull drohen mit dem Ausstieg aus der Formel 1, falls die geplanten Teilnahmebedingungen nicht geändert werden. Unanhängig von der FIA (Fédération Internationale de l'Automobile) wollen die eine eigene Rennserie unter dem Namen "New Formula" starten.

Hauptursache für den Ausstiegswunsch sind die restriktiven Maßnahmen für technische Reglements für die FOTA-Teams, die ab der Jahresbudgetobergrenze von ca. 45 Mio. Euro gelten sollen. Der ehemalige FIA-Präsident Max Mosley kündigt am 19.Juni an, rechtliche Schritte gegen Ferrari, Toro Rosso und Red Bull einzuleiten, da diese auch für die kommende Saison vertraglich an den Automobilclub gebunden sind. Am 24. Juni gab es eine Einigung. Die Rennsaison 2010 wird ohne eine Budgetgrenze starten. Seit Oktober ist der Franzose Jean Todt FIA-Präsident.

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Während sich die Lage zwischen FIA und den Rennställen beruhigt hat und die Motorsportfans aufatmen, kündigen der bayerische Automobilhersteller BMW und kurze Zeit später auch Toyota den Ausstieg aus der Formel 1 an. Wegen der Wirtschaftskrise müssen die Autohersteller sparen.

Was nach einem Debakel für die bekannteste Motorsport-Serie aussieht, findet mit diesem Konflikt noch kein Ende. Im September wird bekannt, dass Renault-Teamchef Flavio Briatore beim Großen Preis von Singapur 2008 einen Unfall seines Fahrers Nelson Piquet jr. angeordnet hat, um dem Teamkollegen Fernando Alonso zu besseren Siegesschancen zu verhelfen. Briatore wird auf Lebenszeit gesperrt und Renault wird zwei Jahre auf Bewährung von der Formel 1-Weltmeisterschaft ausgeschlossen.

Der Massa-Schock

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Abgesehen von den großen Diskussionen neben der Rennstrecke, geht es auch auf der Piste heiß her. Der Unfall des Ferrari-Piloten Felipe Massas beim Qualifying des GP von Budapest überschattet die nachfolgenden Rennen. Der 28-jährige Brasilianer wird bei Tempo 220 von einer 800 Gramm schweren Stahlfeder am Helm getroffen und crasht anschließend in einen Reifenstapel. Massa wird ins benachbarte Militärkrankenhaus geflogen und dort behandelt. Seinem Carbonhelm ist es zu verdanken, dass Massa mit dem Leben davon kommt.

Trotzdem erleidet der Pilot einen Schädelbruch sowie eine starke Verletzung des Schläfenknochens. Massas schwangere Ehefrau Rafaella verfolgt das Rennen von Sao Paulo aus live im Fernsehen.

Doch nicht nur Negativmeldungen haben die Formel 1 dieses Jahr geprägt. Auch wenn Michael Schumachers geplantes Comeback bei Ferrari, als Ersatz für Massa, scheitert, brodelt die Gerüchteküche über einen Einstieg des mehrfachen Weltmeisters bei Mercedes GP. Der neu gegründete Rennstall von McLaren Mercedes und Brawn GP befindet sich laut Nachrichtenagentur DPA mitten in den Planungen für Schumis Wiederkehr.

Auch die Diskussion über AT&T Williams-Pilot Nico Rosberg, ist bei Mercedes GP groß. Der 24-jährige Wiesbadener hofft dort sein perfektes Auto zu finden, dass ihm in dieser Saison fehlt. Das Potenzial hat er, nun fehlt nur noch ein schnelles Auto zum Erfolg.

Laura Thiepold