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RTL/ntv "Frühstart"

Kommt jetzt die Maskenpflicht auf Konzerten?

10. Juni 2020 - 10:01 Uhr

Masken könnten Konzerte wieder möglich machen

Im Supermarkt und in der U-Bahn sind wir schon dran gewöhnt – aber eine Maske tragen auch beim Konzert? Konzertveranstalter-Urgestein Marek Lieberberg glaubt, dass es so kommen könnte. Im RTL/ntv "Frühstart" nennt er eine Maskenpflicht als eine Option, um Konzerte überhaupt wieder möglich zu machen.

Es gehe darum, die Verbreitung von Viren in Konzertsälen und Stadien einzuschränken, so der Geschäftsführer des Veranstalters "Live Nation". "Wenn uns das mit Maskenzwang gelingt, dann sind wir ein gutes Stück voran, dass wir in die Situation für einen Neustart kommen können." Bis mindestens 31. August sind Konzerte wegen Corona verboten.

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"Einbahnstraßenverkehr" in der Konzerthalle?

Bei RTL/ntv betonte Lieberberg, er könne sich weitere Maßnahmen vorstellen. "Wir denken über Hygienemaßnahmen nach, wir denken über Desinfektion nach, wir denken über Entzerrung des Einlasses und Auslasses nach."

Man könne bei Konzerten die Führung der Besucher im "Einbahnstraßenverkehr" organisieren und abgetrennte Zonen für das Catering und den Sanitärbereich einrichten.

Lediglich Temperaturmessungen und Corona-Tests vor Ort hält der Erfinder von "Rock am Ring" für organisatorisch nicht machbar.

Konzertbranche ist in dramatischer Lage

Die vorgeschlagenen Maßnahmen dienen laut Lieberberg dazu, möglichst schnell den Betrieb in der Konzertbranche wieder aufzunehmen. Die Lage beurteilt er als dramatisch. Selbst der Einstieg des Staates bei Unternehmen wie "Live Nation" sei nicht ausgeschlossen, wenn ins nächste Jahr verschobene Konzerte nicht wieder mit der Besucherzahl durchgeführt werden dürften, wie sie verkauft wurden.

"Nur wenn wir das können, können wir weitermachen. Wenn dann noch eine Einschränkung erfolgt, dann wüsste ich nicht, wie der Weg weiterführen sollte. Das heißt, wir müssten wahrscheinlich auch vom Staat übernommen werden wie die Theater- und Opernhäuser."

Testläufe mit weniger Zuschauern möglich

Lieberberg sagt, die Branche wolle es nicht so weit kommen lassen. Die Politik müsse dafür aber einen Zeitplan für die Wiedereröffnung der Veranstaltungsorte liefern. Man sei bereit, zum Infektionsschutz bei Konzerten "Testläufe" zu machen, mit zunächst 30 Prozent Zuschauerauslastung, die dann über 60 und 90 auf 100 Prozent bis zum Jahresende gesteigert würde.

"Dafür reichen wir die Hand. Wir können nicht die Hand reichen zu Atomisierung unserer Kapazitäten, insbesondere für Veranstaltungen, die bereits verkauft sind. Über das erste Quartal 2021 hinaus wird das nicht gehen."

Man könne Konzerte nicht mit 2.000 Zuschauern durchführen, die eigentlich für 12.000 geplant gewesen sind. Das sei wegen der Produktionskosten nicht wirtschaftlich. Außerdem könne man die Gäste nicht selektieren. "Soll ich die Karten verlosen und nur die ersten 2.000 kommen rein?"

Lieberberg kritisiert Ungleichbehandlung durch Politik

Wenig Verständnis hat Lieberberg dafür, dass die Politik Großdemonstrationen wie am Wochenende in vielen deutschen Städten oder vor einigen Tagen am Urbanhafen in Berlin toleriere, während die strikten Auflagen für seinen Wirtschaftszweig weiter gälten.

"Zumindest hinterlässt das sehr ambivalente Gefühle, auf der einen Seite zum Stillstand verurteilt zu sein und auf der anderen Seite zu sehen, wie im täglichen Leben derartige Beschränkungen einfach aufgehoben werden durch die Macht des Faktischen", so Lieberberg. Das sei auch eine Aufforderung an die Politik, die Restriktionen zu überdenken. Man könne an ihnen nicht festhalten, wenn die Infektionslage es nicht erfordere.

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