Pollen-Horror zu Corona-Zeiten

Maske, Nasendusche & Co.: Das hilft wirklich gegen Allergie

Der Frühling ist da - aber etwas hält uns immer von der Freude darüber ab: Heuschnupfen.
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28. April 2020 - 12:45 Uhr

Allergie trifft auf Corona

Die Nase kitzelt, der Hals kratzt, die Augen tränen und der ganze Körper fühlt sich schlapp, träge und müde an: Es ist Allergiezeit. Die Gräser blühen, die Pollen fliegen und am liebsten würden wir uns drinnen verkriechen. Gut, in der aktuellen Corona-Krise ist das gar nicht so schlecht. Aber was ist, wenn uns doch die Decke auf den Kopf fällt und wir uns zum Spazierengehen oder Joggen in den Park, den Wald oder an den See trauen? Allgemeinmediziner Prof. Dr. Thomas Kurscheid weiß, wie wir den Pollenflug in diesem Jahr und in Zukunft überstehen.

Pollenflug schlimmer dieses Jahr

Jedes Jahr leiden Allergiker unter Pollen im Frühjahr. Die Allergie an sich ist eine Überreaktion des Immunsystems auf die eigentlich harmlose Polle. Vor allem in diesem Jahr werden Allergiegeplagte aber auf eine besonders harte Probe gestellt, denn der Pollenflug ist stärker geworden.

Die Gründe: "Es wird immer wärmer und das Frühjahr fängt immer früher an", erklärt Kurscheid im Interview. Und das wird in den nächsten Jahren aufgrund des Klimawandels voraussichtlich auch nicht besser. Hinzu kommt der milde Winter, der dafür sorgt, dass die Knospen viel früher aufgehen.

Welche Pollen wann und wo unterwegs sind, verrät unsere Pollenflugkarte.

Was hilft bei Allergie? Tipps vom Mediziner

Beugen Sie vor!

  • Draußen: Machen Sie nur draußen Sport, wenn es gerade geregnet hat oder tragen Sie eine Atemmaske. Um die Pollen bei Allergiebeschwerden herauszufiltern, reicht hier aber keine selbstgemachte Stoffmaske. Für den gewünschten Effekt sollte es eine FFP2-Maske sein, rät Kurscheid.
  • Drinnen: Installieren Sie in Ihrer Wohnung einen Luftwäscher. Dieser "wäscht" die Luft im Raum immer wieder durch Wasser. Pollen werden so herausgefiltert. Außerdem können Sie die Pollen selbst aus Ihrer Nase waschen - mit einer Nasendusche.
  • Zudem sollten Sie öfter staubsaugen und weitestgehend auf Teppiche verzichten. Darin können sich Pollen nämlich festsetzen, die dann immer wieder aufgewirbelt werden, wenn man über den Teppich läuft.

Das hilft akut:

  • Sind die Beschwerden schon vorhanden, können Sie diese mit speziellen Allergie-Nasensprays und Allergie-Tabletten mildern. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.

Allergie auf Dauer loswerden:

  • Um die Allergie auf Dauer loszuwerden, hilft leider nur eins: die Desensibilisierung oder Hyposensibilisierung. Hierbei werden die Pollen über Jahre in geringer Dosis in den Körper gespritzt, damit sich dieser daran gewöhnt. Die Erfolgschancen liegen bei 80 Prozent, so Kurscheid. Die Therapie wird von den Krankenkassen übernommen.

Haben Sie eine Allergie?

Allergien entwickeln sich oft erst im Laufe unseres Lebens. Ob Sie eine Allergie haben oder anfällig dafür sind, in Zukunft eine zu bekommen, können Sie in unserem Test überprüfen.

Allergie oder Corona?

Gerade in der aktuellen Corona-Krise fragt man sich bei allergieähnlichen Beschwerden schneller mal, ob es sich nicht doch um eine Infektion mit dem Coronavirus handeln könnte. Woran Sie erkennen, ob Sie eine Allergie oder das Coronavirus haben, erklärt Prof. Dr. Kurscheid im Video. Weitere Unterschiede erklärt Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht hier.