Masern-Welle: Diese Impfungen sind nötig

24. Februar 2015 - 10:58 Uhr

Masern: Mediziner sind alarmiert

Ärzte sind besorgt, denn die Zahl der Masernfälle in Deutschland ist 2013 im Vergleich zum Vorjahr nahezu explodiert. Bis Ende November registrierte das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) bereits mehr als 1.700 Masernfälle - im gesamten Jahr 2012 waren es knapp 170 Erkrankungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will die Masern möglichst bald ausrotten. Deutschland ist davon weit entfernt.

Masern Impfung
Kleine Flecken, großes Leid: Die Masern sind nicht nur für Kinder unangenehm - gerade bei Erwachsenen verläuft die Krankheit besonders schwer.

Ein Problem: Viele Erwachsene halten Masern für eine Kinderkrankheit, aber das ist ein gefährlicher Trugschluss. Denn in Wirklichkeit handelt es sich um eine extrem ansteckende Krankheit, die vor allem bei Erwachsenen heftig verläuft. Jetzt breiten sich die Viren auch in Deutschland wieder vermehrt aus. Besonders in Berlin und Bayern. Sogar von einer Epidemie ist schon die Rede.

Moritz Schreiber hat stark abgenommen. Erst bekam der 26-Jährige extreme Halsschmerzen, Husten und Fieber. Nach drei Tagen kamen am ganzen Körper rote Flecken dazu. Die Ärzte vermuteten zunächst einen Ausschlag. Erst im Krankenhaus lautete die Diagnose: Masern.

"Die erste Woche war absolut nichts zu machen, ich konnte mich auf nichts konzentrieren. Das war einfach alles zu viel. Ich war überhaupt nicht leistungsfähig", sagt Moritz Schreiber. Genau das ist typisch für das Virus. Wenn es Erwachsene befällt, ist die Erkrankung oft schwer. 50 Prozent müssen sogar zur Behandlung ins Krankenhaus - teils mit gravierenden Folgen.

"Masern sind schon eine ziemlich gefährliche Erkrankung. Es kann ziemlich heftige Komplikationen geben", erklärt die Allgemeinmedizinerin Franziska Ebert-Matijevic. Schwere Lungenentzündungen und Entzündungen des Gehirns sind möglich. Und manchmal sind die Masern sogar tödlich.

Normalerweise treten Masern bei Erwachsenen eher selten auf. Doch zuletzt stieg die Zahl der Erkrankten extrem. Besonders in Berlin und München.

"Wir wissen, dass vor allem Jugendliche und insbesondere junge Erwachsene, so etwa ab Jahrgang 1970 nicht ausreichend geschützt sind in Deutschland. Deswegen hat die ständige Impfkommision auch in Deutschland vor zwei Jahren eine Empfehlung gegeben, dass alle die nach 1970 Geborenen ihren Impfschutz überprüfen und gegebenenfalls nachholen sollten", sagt Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut.

Erst seit den 1970er-Jahren werden Kleinkinder ab dem 1. Lebensjahr geimpft. Besonders wichtig ist jedoch die 2. Impfung. Denn erst mit der zweiten Impfung ist man vollkommen geschützt. Doch gerade die fehlt vielen Erwachsenen. Die meisten unterschätzen das. In der Nähe eines Masernerkrankten besteht Experten zufolge ein fast hundertprozentiges Ansteckungsrisiko.