Masern-Ausbruch in Hildsheim

Schulverbot für Schüler ohne Masern-Impfschutz

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06. Dezember 2019 - 13:33 Uhr

Verbot gilt bis 20. Dezember

Keine Schule, weil sie nicht geimpft sind: Nach dem Auftreten neuer Masernfälle im Landkreis Hildesheim dürfen 28 Schülerinnen und Schüler ohne ausreichenden Impfschutz nicht zum Unterricht in der Oberschule Söhlde. Das Verbot gelte bis zum 20. Dezember, teilte der Landkreis nach der Überprüfung des Impfstatus von Schülern und Beschäftigten mit.

Auch ein Säugling wurde angesteckt

04.12.2019, Niedersachsen, Söhlde: Die Oberschule in Söhlde. Nach einem erneuten Ausbruch von Masern im Landkreis Hildesheim werden an der Schule am Mittwoch die Impfausweise der Schülerinnen und Schüler kontrolliert. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Die Oberschule in Söhlde.
© dpa, Julian Stratenschulte, jst wst

Bei zwei Lehrkräften seien die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Bisher sind drei Menschen an Masern erkrankt. Im Landkreis hatte sich ein Erwachsener während einer Thailandreise infiziert und nach seiner Rückkehr drei Menschen angesteckt. Einer der besuchte den Basar der Schule in Söhlde, er hatte nach Angaben des Landkreises vorher nur flüchtigen Kontakt mit dem Erkrankten gehabt, sich aber trotzdem angesteckt.

Das Gesundheitsamt des Landkreises riet erneut allen Besuchern des Adventsbasars, einen Arzt aufzusuchen. Sollte sich jemand angesteckt haben, würden von kommenden Montag an erste Krankheitsanzeichen wie Husten, wässriger Schnupfen oder Bindehautreizungen auftreten. Danach folgten die für Masern typischen Hautflecken. Wer diese Symptome habe, solle vor einem Arztbesuch die Praxis anrufen, damit sich dort niemand infiziert.

Masern sind ansteckender als Ebola, Tuberkulose oder Grippe

Die Zahl der Masernerkrankungen in Europa hat in diesem Jahr deutlich zugenommen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählte schon in den ersten sechs Monaten bereits rund 90.000 Fälle.

Zum stärkeren Schutz vor der hoch ansteckenden Krankheit kommt im neuen Jahr eine Impfpflicht für Kinder in Kitas und Schulen. Der Bundestag beschloss im November mit klarer Mehrheit ein Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), das zum 1. März 2020 in Kraft treten soll.

Masern sind ansteckender als Ebola, Tuberkulose oder Grippe. Selbst zwei Stunden nachdem eine infizierte Person einen Raum verlassen hat, kann sich ein anderer Mensch infizieren. Das Virus verbreitet sich durch die Luft und befällt das Atemsystem. Insbesondere für Neugeborene sind Masern-Infektionen eine tödliche Gefahr.

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