Masern: Impfen oder nicht?

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7. März 2018 - 15:15 Uhr

Impfpräparate so gut untersucht wie kaum ein anderes Medikament

In der 60er Jahren, bevor in Deutschland flächendeckend geimpft wurde, starben mehr als 100 Kinder pro Jahr an den Masern. Durch die Impfungen ging die Zahl der Masernerkrankungen drastisch zurück. Doch mehr und mehr Eltern wehren sich gegen Impfungen, sie befürchten Nebenwirkungen bei ihren Kindern wie Allergien oder Neurodermitis. Dadurch schaffte die Viruserkrankung sozusagen ein Comeback.

Fast jeder Kontakt führt ohne Impfung zur Ansteckung

Fast täglich werden in Deutschland neue Masernfälle gemeldet. Lebensbedrohlich ist die Erkrankung für Babys vor allem, weil sie erst nach dem vollendeten elften Lebensmonat geimpft werden können.  

Das Gesundheitsamt ruft dazu auf, dass die Menschen ihren Impfschutz überprüfen sollen. Vom Haus- oder Kinderarzt sollen sich alle Ungeimpften gegen Masern impfen lassen. Auch Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die nur einmal gegen Masern geimpft wurden, müssen ihren Impfschutz auffrischen.

Der Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht versucht den Impfgegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen: "Die Impfstoffe, die heute verimpft werden, sind so gut untersucht wie kein anderes Arzneimittel. Die Angst, die die Leute immer wieder vor Impfstoffen haben, ist wirklich unbegründet."

Wer sich also gegen eine Impfung entscheide, gefährde nicht nur sich, sondern alle, die zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können.

Masern sind eine ansteckende Infektionskrankheit. Jeder Kontakt kann zu Ansteckung führen. Typischerweise beginnt eine Masererkrankung mit Fieber, Husten, Schnupfen und Bindehautentzündung. Durch die Schwächung des Immunsystems kann sich der Körper nicht mehr ausreichend gegen andere Zweitinfektionen, wie eine Lungenentzündung, wehren.

Seit 2001 gehören Masern zu den meldepflichtigen Erkrankungen in Deutschland.