Fahrer steckte wahrscheinlich Fahrgäste an

Masern-Alarm in Klagenfurt: Stadt stellt Busverkehr ein

© dpa, Gert Eggenberger, mtf

11. April 2019 - 12:10 Uhr

Schutz vor Ausbreitung der Masern

Nachdem ein Busfahrer in Klagenfurt an Masern erkrankt war, hat die österreichische Stadt den Busverkehr am Mittwoch vorübergehend eingestellt. Damit sollte eine Ausbreitung der vor allem für Erwachsene gefährlichen Infektionskrankheit verhindert werden.

Sämtliche Busfahrer in Klagenfurt werden überprüft

Alle 60 Busse der 100.000-Einwohner-Stadt seien desinfiziert worden, außerdem werde der Impfstatus der insgesamt rund 130 Busfahrerkollegen des Erkrankten überprüft, erklärte der Prokurist der Klagenfurter Stadtwerke, Gernot Weiss. Ein Problem sei, dass viele nicht sicher wüssten, ob sie als Kind einmal erkrankt und damit immun seien. "Auch ein gültiger Impfpass ist nicht immer zur Hand", sagte Weiss.

Laut krone.at wurden alle Busfahrer auf ihren Impfstatus hin überprüft. Am Mittwochabend fuhren Busse wieder im Stundentakt, ab Donnerstag soll der Betrieb wieder planmäßig laufen. Ausschließlich gegen Masern geimpfte Buslenker dürfen hinters Steuer.

Zweiter Busfahrer unter Masern-Verdacht

Der betreffende Busfahrer erkrankte nach Angaben von krone.at am 3. April an Masern, am 1. und 2. April hatte er noch Fahrten. Es gilt als wahrscheinlich, dass er dabei Fahrgäste angesteckt hat. Ein zweiter Busfahrer wird vorerst als Masern-Verdachtsfall geführt.

In Deutschland wird derzeit eine Masern-Impfpflicht diskutiert. Hausarzt Dr. Christoph Seeber hat dazu eine klare Meinung: "Impfgegner sind dumm und asozial." Weshalb es aus seiner Sicht keinen Sinn hat, mit ihnen zu diskutieren, erklärt er im Video.