"Ich werde Sie erschießen"

CSU-Chef Söder liest auf Parteitag Morddrohungen gegen sich vor

CSU-Chef Markus Söder hat auf dem digitalen Parteitag am Samstag Morddrohungen vorgelesen, die Gegner seiner Corona-Politik gegen ihn richten.
© RTL

26. September 2020 - 18:03 Uhr

Morddrohungen gegen CSU-Chef von Corona-Gegnern

CSU-Chef Markus Söder hat auf dem digitalen Parteitag am Samstag Morddrohungen vorgelesen, die Gegner seiner Corona-Politik gegen ihn richten. Nachdem er am Montag verschärfte Corona-Maßnahmen verkündet hatte, tauchten in sozialen Medien massive Hasskommentare gegen den bayerischen Ministerpräsidenten auf. Er werde sogar mit dem Tod bedroht, erklärte Söder daraufhin gegenüber RTL.

"Dieser Psychopath muss am nächsten Baum aufgehängt werden"

Der CSU-Vorsitzende trug den Delegierten Beispiele der schlimmen Anfeindungen vor:

  • "Sie werden den morgigen Tag nicht mehr erleben, ich werde sie erschießen, in Scheibchen schneiden und Tigern zum Fraß vorwerfen."
  • "Dieser Psychopath muss am nächsten Baum aufgehängt werden."
  • "Du stinkende Judensau gehörst vergast."
  • "Du Volksmörder und Kinderschänder, du bist keinen Schuss Pulver wert."
  • "Der Teufel hat von dir Besitz ergriffen."
  • "Du bist am Ende, dein Leben ist verwirkt."

Markus Söder verteidigt Corona-Strategie

Seine bisherige Corona-Strategie hat Markus Söder auf dem Parteitag als alternativlos verteidigt. "Für mich als Christ ist es ethisch nicht vertretbar, für das Freizeitverhalten vieler das Leben weniger zu Opfern", sagte er in seiner Grundsatzrede auf dem ersten großen Online-Parteitag der CSU. Rund 800 Delegierte waren zu der Videokonferenz geladen. Wegen der anhalten Corona-Krise hatte die CSU nach einem kleinen Parteitag im Mai auch den großen Parteitag komplett ins Internet verlegt.

Zweiter Lockdown soll verhindert werden

Es brauche keinen grundlegenden Strategiewechsel im Umgang mit der Pandemie, um etwa eine Durchseuchung und damit eine Herdenimmunität zu erreichen, sagte Söder. Gleichwohl sei es wichtig, die Strategie fortlaufend anzupassen. Für ihn habe der Erhalt von Arbeitsplätzen und der Vollbetrieb in Schulen und Kindertagesstätten oberste Priorität. Ein zweiter Lockdown müsse auf jeden Fall verhindert werden. "Wir brauchen ein Regelwerk für alle, das muss verbindlich, verständlich und verhältnismäßig sein", erklärte Söder.