Mordfall Walter Lübcke

Markus H. bestreitet Beihilfe zum Mord

Walter Lübcke
© dpa, Uwe Zucchi, cch soe htf jai rho

31. März 2020 - 14:50 Uhr

Mutmaßlicher Komplize bestreitet Beteiligung am Attentat

Die Umstände am Mord des Kasseler Regierungspräsdenten Walter Lübcke sind noch immer nicht vollständig aufgeklärt. Der mutmaßliche Komplize von Stephan E. hat nach einem Medienbericht zufolge eine Verstrickung in das Attentat bestritten. Dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof (BGH) habe er gesagt, dass er den Tatvorwurf nicht verstehe.

Mutmaßlicher Komplize arbeitet für eine Rüstungsfirma

Markus H. arbeitet für eine Rüstungsfirma. Wenn er so gefährlich sei, wie könne es dann sein, dass er in einer Rüstungsfirma arbeiten dürfe, wo Sicherheitsüberprüfungen stattfänden, sagte er dem Ermittlungsrichter. Sonst habe er den Ermittlern gegenüber bisher weitestgehend geschwiegen. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wollte sich nicht dazu äußern.

Hat Markus H. den Hauptangeklagten zur Tat animiert?

Die Ermittler werfen dem 43-Jährigen Beihilfe zum Mord vor. Sie gehen davon aus, dass Markus H. seinen Bekannten Stephan E. (46) unter anderem durch gemeinsame Schießübungen in seinem grausamen Vorhaben bestärkt hat. Angeblich soll Markus H. dem Hauptangeklagten auch den Kontakt zu einem Waffenhändler hergestellt haben.

Stephan E. wird beschuldigt, den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke Anfang Juni 2019 erschossen zu haben. Das Motiv: Lübcke hat sich öffentlich für die Aufnahme von Flüchtlingen eingesetzt. Es wird erwartet, dass in den nächsten Tagen Anklage erhoben wird. Immer wieder bestritt er den Mord an Lübcke und beschuldigte Markus H.

Markus H. ist vom Verfassungsschutz und der Polizei überprüft worden

Der Verfassungsschutz und die Polizei sollen Markus H. dem Bericht zufolge wegen seiner Arbeit im Rüstungsbereich einer routinemäßigen Überprüfung unterzogen haben. Dabei gehe es darum, ob der Mitarbeiter mit Straftaten oder als Extremist in Erscheinung getreten sei.

Fünf Tage nach dem Attentat auf Walter Lübcke habe das Polizeipräsidium Nordhessen dem Verfassungsschutz aber mitgeteilt, dass zu Markus H. "keine aktuellen staatsschutzpolizeilichen Erkenntnisse" vorlägen. Damals hatten die Ermittler ihn noch nicht im Visier. Er war erst Ende Juni festgenommen worden. Laut den Medienberichten war seine Überprüfung durch den Verfassungsschutz zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.